StandortFUCKtor Winterthur

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Über uns

Als anarchistische Organisation strebt die LAW eine Gesellschaft an, die auf den Prinzipien von Kooperation, Solidarität, Gleichheit und Freiheit basiert. Deshalb stellen wir uns gegen Staat, Kapitalismus und jegliche Formen der Unterdrückung.

Wir sind überzeugt, dass dies nur durch die kompromisslose Zerstörung aller herrschaftlichen Strukturen erreicht werden kann.

Unsere Strategie ist die des Klassenkampfes. Wir regen an zu, und solidarisieren uns mit

  • Streiks und Direkten Aktionen (Boykott, Sabotage etc.) von ArbeiterInnen und Angestellten,
  • Protesten und sozialen Revolten von Marginalisierten und Besitzlosen und
  • Selbstorganisierungen von Ausgebeuteten und Unterdrückten jeder Art.

Interessiert aktiv zu werden?

law(a)arachnia.ch | www.libertaere-aktion.ch

 

Die Libertäre Aktion Winterthur -
Deine Ansprechpartnerin für anarchistische Theorie & Praxis

Die Libertäre Aktion Winterthur (LAW) wurde 2004 aus einem Zusammenschluss von verschiedenen linksradikalen Aktivistinnen und Aktivisten gegründet.
 
 
THEORIE

Trotz grossen Versprechungen, trotz einem eigentlich unermesslichen Reichtum können wir auch im neuen Jahrtausend weltweit Ungleichheit, Rassismus, Sexismus, Armut, Krisen und Krieg konstatieren. Diese sind nicht etwa Naturgesetze, notwendige gesellschaftliche Übel: Sie sind das Resultat von spezifischen Sozial- und Wirtschaftsordnungen, deren Ertrag nicht, wie es uns von Politikerinnen, Wirtschaftsbossen und „Expertinnen“ tagtäglich gesagt wird, irgendwann der gesamten Menschheit zugute kommen, sondern immer nur ein paar Wenigen. Natürlich wollen wir damit nicht behaupten, dass alle politischen Systeme und ihre (negativen) Auswirkungen auf den Alltag der Menschen identisch sind: Selbstverständlich bevorzugen wir ein Leben im relativen Wohlstand in der Schweiz, und auch wir sehen die Vorteile, die eine so genannte Demokratie gegenüber einer Diktatur bietet. Aber: Wenn uns die Geschichte eines gelehrt hat, dann ist es die Relativität solcher „Fortschritte“. Erstens sind diese Fortschritte nicht das Resultat der Anstrengungen der ganzen Gesellschaft, sondern basieren immer auf der Ausbeutung einer ganz bestimmten Klasse. Die Leistungen des Proletariats, verstanden als diejenige Klasse von Menschen, die gezwungen sind, für ihren Lebensunterhalt Lohnarbeit zu verrichten, ist die Quelle des Wohlstandes und damit auch von kulturellen, politischen und sozialen Leistungen. Zweitens kommt dieser Fortschritt nicht etwa allen gleich zugute – diejenigen, die am meisten dafür gelitten haben, sind normalerweise diejenigen, die am wenigsten von den Errungenschaften profitieren. Schliesslich zeigen uns die immer häufiger auftretenden Krisen, dass selbst die scheinbar auf ewige Zeit gesicherten Fortschritte ganz schnell zur Diskussion stehen können. „Arbeitsplatzsicherheit“, „Demokratie“, „Rechtsstaatlichkeit“? Ganz gut, solange sie der herrschenden Klasse zur Ausbeutung des Proletariats nützlich sind, lästig, wenn von unten gegen oben aufgemuckt wird.

Wir lehnen den Weg der allmählichen Reformen ab, wie er von linken Parteien begangen wird, und propagieren statt einem „humaneren“ Kapitalismus und einem „demokratischeren“ Staat deren Abschaffung und Substituierung durch den libertären Kommunismus. In diesem gilt der Grundsatz:
Abschaffung und Substituierung durch den libertären Kommunismus. In diesem gilt der Grundsatz: Jede/r nach seinen/ihren Fähigkeiten, jedem/r nach seinen/ihren Bedürfnissen. Einerseits bedeutet dies eine Demokratisierung der Produktion: Arbeit beruht grundsätzlich auf Freiwilligkeit: Niemand kann zu einer Arbeit gezwungen werden, die er/sie nicht ausführen will. Das hat zur Folge, dass unbeliebte Arbeit, die jedoch unerlässlich ist, möglichst rationalisiert und pro Person auf ein Minimum reduziert wird. Der technische Fortschritt und die möglichst gleichmässige Aufteilung werden also gerade bei solchen Aufgaben besonders forciert. Anderseits werden die Früchte der gemeinsamen Leistungen allen zur Verfügung gestellt, egal, wie wenig oder viel der einzelne Mensch zu dieser bestimmten Arbeit beigetragen hat. Folglich wird das Privateigentum, insofern es eine Instanz für die Produktion und den individuellen Tausch darstellt, überflüssig sein und abgeschafft werden: Alles, was nicht für den eigenen Konsum bestimmt ist, also ein dem einzelnen Menschen eigenes, direktes materielles Bedürfnis zur Grundlage hat, ist im Besitz der Gemeinschaft. Ohne den individuellen Tausch wird natürlich auch das Geld als Tauschäquivalent obsolet sein. Die Angst, eines Tages mittellos zu sein, und der wirtschaftliche Neid entfallen durch diese Wirtschaftsordnung völlig. Auch werden die typischen Probleme unserer heutigen Gesellschaft – Rassismus und Antisemitismus, Sexismus und Homophobie, Konkurrenzdenken und Krieg – ihrer ökonomischen Grundlagen beraubt und damit realistischerweise aufhebbar.

Ein solches wahrhaft demokratisches Wirtschaftsmodell ermöglicht also eine Produktion nach Bedürfnissen statt nach Profit, muss aber zugleich auch jeder einzelnen Person weitreichende Einflussmöglichkeiten bieten.

Der libertäre Kommunismus ist eine Gesellschaft der Gleichen, aber auch der Freien. Die individuelle Freiheit ist nicht trotz, sondern gerade wegen dem gemeinschaftlichen Besitz gesichert. Entscheide finden grundsätzlich immer von unten nach oben statt, jeder Person wird ein möglichst hohes Mass an Entscheidungen über ihr alltägliches Leben in der Kommune eingeräumt. Ist er/sie mit Beschlüssen nicht zufrieden, steht ihm/ihr jederzeit die Möglichkeit offen, die Kommune zu verlassen und sich in einer anderen, die seinen/ihren Bedürfnissen besser entspricht, zu engagieren, oder gar eine neue zu gründen. Der Zwang, tagein tagaus eine möglicherweise verabscheute Arbeit zur Bereicherung anderer zu verrichten, nur um sich einigermassen über Wasser halten zu können – was einer der krassesten Widersprüche zur individuellen Freiheit darstellt –, entfällt also völlig.
Noch sind wir weit entfernt vom libertären Kommunismus. Die Frage stellt sich, wie wir dieses Ziel erreichen wollen, und welche Rolle Netzwerke und Gruppen wie die LAW dabei spielen können.

1    Wir sind davon überzeugt, dass der freiheitliche Kommunismus nur durch eine weltweite Revolution des Proletariats geschaffen werden kann. „Sozialismus in einem Land“, antiimperialistische Befreiungskämpfe und ähnliche Konzepte können zwar durchaus zur Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse für bislang benachteiligte Bevölkerungsschichten führen. Dies kann aber niemals als Teil einer libertären Strategie gesehen werden. Denn ihr Ziel ist die Bildung einer nationalen Identität und/oder die Verstaatlichung der Produktionsmittel, was dem Anarchismus offensichtlich widerspricht.

2    Bis zum – und bestimmt auch nach dem –  Zeitpunkt einer libertären Weltrevolution müssen Kämpfe auf vielen verschiedenen Ebenen geführt werden. Wirtschaftliche, soziale, politische, kulturelle, ökologische Kämpfe, wobei keiner Vorrangigkeit für sich beanspruchen kann: Das Ziel ist die Befreiung des Menschen von allen Fesseln. Die Arbeit antirassistischer Gruppen ist also genauso wichtig wie diejenige von Öko-Aktivistinnen und -Aktivisten und revolutionär-syndikalistischen Bewegungen.

3    Für eine anarchistische Organisation ergeben sich daraus zwei Erfordernisse: Erstens muss sie diese Kämpfe auf ein allseitig anwendbares ideologisches Fundament stellen. Dieser Kern anarchistischer Theorie soll einerseits so dynamisch gestaltet sein, dass er sich auf alle Teilkämpfe anwenden lässt, anderseits so starr, dass er Widersprüche innerhalb der Ideologie ausschliesst. Zweitens entwickelt die Organisation eine gesamtheitliche Strategie, die ein dynamisches Set an Taktiken zur Verfügung stellt, welche in den einzelnen Kämpfen zur Anwendung kommen können. Die Strategie stellt sicher, dass sich die Taktiken nicht im Widerspruch zur Ideologie und zu sich selbst befinden. Sie betont zudem die Gleichrangigkeit der einzelnen Kämpfe und ist versucht, diese zu einem grossen Ganzen zu verbinden. Kämpfe können nur dann in Hinblick auf die Revolution sinnvoll geführt werden, wenn sie sich gegenseitig ergänzen, und nicht ad absurdum führen.

4    Daraus folgt nicht, dass die Ideologie, die Strategie und die davon abgeleiteten Taktiken unbegrenzte Gültigkeit haben. Die Ideologie leitet sich immer von der Analyse der momentan herrschenden gesellschaftlichen Verhältnissen ab, und so muss auch die Strategie und ihre praktische Umsetzung in den Teilkämpfen jeweils den aktuellen Stand der Ideologie widerspiegeln. Nichtsdestotrotz hat unsere Auffassung von Anarchismus einige wenige unwandelbare Kernelemente: Auf ideologischer Ebene die Bekämpfung jeglicher Unterdrückung und das Streben nach einer herrschaftslosen Gesellschaft; daraus hervorgehend eine Widerspruchsfreiheit zwischen dem Mittel und dem Weg und der Verzicht auf die Anwendung von offensiver Gewalt gegen Mensch und Tier auf strategischer Ebene; und schliesslich der Rückgriff auf altbewährte taktische Methoden wie die „konstruktiven“ Ansätze - Diskussionen, Vorträge und die Schaffung von weiteren libertären Strukturen - oder die „destruktiven“ der Sabotage, des Boykotts und des Streiks.

5    Die einzelnen Mitglieder übernehmen die kollektive Verantwortung für die Kämpfe, die von innerhalb der Organisation geführt werden. Ebenso ist die Organisation für die politischen Tätigkeiten jedes einzelnen Mitglieds verantwortlich: Die revolutionäre Disziplin verbietet den assoziierten Menschen, politische Aktivitäten zu betreiben, die im Widerspruch zur ideologischen oder strategischen Linie der Organisation stehen.

6    Um eine freiheitliche und unabhängige Entscheidungsfindung innerhalb einer solchen Organisation zu gewährleisten, ist ein föderaler Aufbau unabdingbar. Anders als leninistische Kaderorganisationen kennen anarchistische Strukturen weder einen Parteiapparat noch Beschlüsse einer Avantgarde, denen sich das „Fussvolk“ fügen muss. Entscheide werden immer an der Basis getroffen, so dass jedes einzelne Mitglied die Möglichkeit hat, seine Meinung in den Entscheidungsprozess einfliessen zu lassen und optimalerweise den endgültigen Beschluss in ihrem oder seinem Sinne mitzuprägen. Basisgruppen können sowohl berufs-, interessens- wie auch ortsspezifisch gebildet werden, ihre Positionen werden durch Delegierte auf Ebene der Gesamtorganisation vertreten. „Berufsrevolutionäre“ oder bezahlte Funktionäre, die oft eigene Klasseninteressen haben, kennt die Organisation nicht.

7    Im Gegensatz zu einer wachsenden Anzahl anderer Länder existiert in der Schweiz noch keine solche Organisation. Mittelfristiges Ziel der LAW ist es deshalb, durch interne Diskurse über Theorie und Praxis und deren Diskussion mit interessierten Menschen und Gruppen ausserhalb, durch Schaffung von Strukturen und Bildung von Allianzen und Bündnissen eine solche Organisation auf Grundlage des libertären Kommunismus aufzubauen.

PRAXIS

Seit ihrer Gründung hat die LAW unzählige Diskussionsrunden, Filmabende, Konzerte, Lesungen, Referate und „libertäre Diners“ organisiert und sich an diversen Kampagnen und Bündnissen beteiligt. Eine unvollständige Chronik ist auf der Website zu finden. Bekanntheit über die Region hinaus erlangten die seit 2005 jährlich stattfindenden Anarchietage und die Libertäre Buchmesse, welche 2010 zum zweiten Mal durchgeführt wird.
Die Anarchietage (www.anarchietage.ch) sind eine mehrtägige Veranstaltungsreihe zur Theorie und Praxis des Anarchismus. Mit ihrer Mischung aus Einführungsvorträgen und Referaten sollen sie sowohl für „EinsteigerInnen“ als auch für „Fortgeschrittene“ attraktiv sein. Zudem erfüllen sie mit ihrem internationalen Publikum die Funktion einer informellen Austauschplattform zwischen Aktivistinnen und Aktivisten. Die Libertäre Buchmesse (www.buechermesse.ch) bietet libertären Verlagen, Vertrieben und Organisationen die Möglichkeit, ihr Programm einer geneigten Öffentlichkeit vorzustellen. Der Anlass ist jeweils begleitet von einem reichhaltigen Angebot an Referaten und kulturellen Darbietungen.

http://www.libertaere-aktion.ch | law (A) arachnia . ch
LAW c/o Verein für libertäre Kultur
Postfach 286 | CH-8406 Winterthur

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