500k - Eine halbe Million für Basel Nazifrei!

Spenden an:

Solidarisch gegen Rechts, 8005 Zürich
IBAN: CH88 0900 0000 1555 0973 8
Konto-Nr.: 15-550973-8
BIC: POFICHBEXXX

https://500k.ch/

Zusammenstellung von 1. Mai Aufrufen und Communiqés.


1. Mai in Winterthur


Bilder vom Revolutionären Block in Winterthur

[Quelle: LAW Medienarchiv]


WACHT AUF - UND HERAUS ZUM ERSTEN MAI! (Bern)

Auch dieses Jahr soll der Erste Mai am ersten Mai stattfinden, auch wenn uns der katholische Feiertag Auffahrt im reformierten Bern nach dem Willen der Polizei und reformistischer Kreise einen Strich durch die Rechnung ziehen soll. Auch dieses Jahr werden wir demonstrieren, laut und kämpferisch wie eh. Gründe dafür gibt es mehr als genug: die Angriffe auf die Errungenschaften der ArbeiterInnenbewegung gehen ungebremst weiter. Rechtsbürgerliche Kreise sind bemüht, jeglichen Widerstand im Keim zu ersticken: Während die einen in Zürich den 1. Mai als Feiertag abschaffen wollen, fordern die anderen in Bern die Entfernungspflicht im Demoreglement: Menschen, die sich nicht auf Geheiss der Polizei aus einer Demonstration entfernen wollen, sollen hohe Bussen bezahlen.

Das alles kennen wir ja bereits. Was aber eine beängstigende Entwicklung der letzten Jahren darstellt, ist der Umstand, dass sich neuerdings auch sogenannt "linke" Parteien vermehrt offen gegen soziale Ideen einsetzen, die sie doch gemäss ihrer Rhetorik vertreten wollen. Während schon seit langem klar ist, dass eine wirksame soziale Umwälzung aus dieser Ecke nicht mehr zu erwarten ist, stellt die Aufgabe jeglicher Bemühungen, wenigstens die Menschenrechte zu verteidigen, eine neue Qualität dar. So wurde die Idee von Sozialinspektoren von der hiesigen Sozialdirektorin Olibet gutgeheissen. Auch der ArbeiterInnenbewegung fällt die SP in den Rücken: So wurde zum Beispiel erst kürzlich von Bundesrat Leuenberger eine sofortige Beendigung des Streiks bei der SBB-Cargo gefordert - ohne von der Gegenseite auch nur den Hauch einer Konzession zu verlangen.

Mit jeder Errungenschaft, die von linken und rechten ParlamentarierInnen abgebaut wir, mit jeder neuen Schweinerei, welche die reichen Eliten zu ihrem eigenen Wohl durchzwängen, steigt die Notwendigkeit, selbstbestimmt und kämpferisch die Interessen der ArbeiterInnenklasse zu vertreten. Und es gibt trotz Auffahrt und Polizeihetze kein besseres Datum als den ArbeiterInnenkampftag, um unseren Unmut über die unzumutbaren Miseren der kapitalistischen Gesellschaftsordnung kundzutun. Wir wollen aber nicht bei diesem Unmut stehen bleiben. Dieser ist lediglich der Motor, der immer wieder Menschen für eine klassenlose Gesellschaft kämpfen lässt. Daher heisst unsere Parole:

EROBERN WIR UNS AUCH AN DIESEM 1. MAI DIE STRASSE!
GEGEN DEN GESELLSCHAFTLICHEN RECHTSRUTSCH.
SOLIDARITÄT MIT ALLEN STREIKENDEN UND ALLEN ANDEREN, DIE FÜR EINE BESSERE ZUKUNFT KÄMPFEN!

Besammlung: 9:00 Untere Kramgasse

Pressemitteilung 1. Mai Demobündnis (Bern)

Heraus am 1. Mai
Der erste Mai ist seit mehr als einem Jahrhundert der symbolische Tag der Arbeiterschaft. Schon seit jeher wurde dieser Tag von den Herrrschenden als Arbeiterkampftag nicht gern gesehen. Doch die Angriffe auf diese Errungenschaft in jüngster Zeit haben dieses Jahr einen Höhepunkt erreicht:
In Zürich will man den 1. Mai zum gewöhnlichen Arbeitstag degradieren und verschiebt als Zwischenschritt den 1. Mai auf den 2. Mai, in Bern entscheiden sich die Gewerkschaften zusammen mit den parlamentarischen Profiteuren auf den Umzug zu verzichten und eine billige Wahlkampfveranstaltung durchzuführen.
Nichts desto trotz haben sich Menschen gefunden, denen der Arbeiterkampftag wichtig genug ist, um ihn dem Diktat der Parteien und Gewerkschaften zu entreissen.
Ein vom 1. Mai Demobündnis Mitte Februar eingereichtes Bewilligungsgesuch wurde zuerst mündlich abgewiesen. Eine angefragte beschwerdefähige Verfügung traf erst vor einer halben Woche ein. Die Beschwerde wurde eingereicht und selbstverständlich noch nicht bearbeitet. Das Ziel dieses Vorgehens war die Demo zu illegalisieren und damit möglichst viele Leute davon abzuhalten am 1. Mai auf die Strasse zu gehen.

Die unklare juristische Lage kümmerte die mehr als 200 Menschen nicht, die sich zu dieser frühen Morgenstunde einfanden, um den Arbeiterkampftag kämpferisch und lautstark anzupacken. Eine farbenfrohe Demonstration mit vielen Transparenten und Fahnen führte von der unteren Kramgasse via Zytglogge zum Bundesplatz und von dort durch die Zeughausgasse.
Die Feiernden fanden sich auf dem Kornhausplatz ein, um sich unter die institutionalisierte 1.Mai-Platzkundgebung zu mischen.

Als der sozialfaschistoide Stadtpräsident seine Wahlkampfveranstaltung beginnen wollte, lief ihm ein Drittel der Zuhörerschaft davon, laut fragend, wer uns verraten hat - so wie immer: die Sozialdemokraten. Aus unerklärlichen Gründen wurden dabei Alex' teure Kleider nass. Ausgerechnet er und seine Partei, welche sich das Wort "sozial" auf ihre Fahnen schreiben, betreiben eine Politik der Vertreibung, Repression und des Neoliberalismus.

Knapp 60 kämpferische Menschen machten eine Nachdemonstration mit einer Rede zu den Sozialdiensten und viel Aufklärung für die Zuschauenden.

Wir haben gezeigt, dass es auch ohne die HeuchlerInnen aus Gewerkschaften und Parteien möglich ist am 1. Mai die Strasse zu erkämpfen! Auch wenn die Machthabenden uns dies verbieten wollen.

Wir sollten uns bewusst sein, dass unsere Arbeitskraft die notwendige Stütze für das Funktionieren dieses Systems ist. Nur wir können es sein, welche die längst überfällige Umwälzung der maroden Verhältnisse in die Hand nehmen.

Der ArbeiterInnenkampftag ist ein alljährliches Symbol für unsere feste Absicht, diese Umwälzung aus eigener Kraft voranzutreiben.

Es lebe der 1. Mai!
Für die soziale Revolution!

1. Mai 2008: Aufruf zur Demonstration in Lausanne

- Volxküche ab 12:30 Uhr im Parc de Milan, Lausanne
- Demonstration ab 15 Uhr ab Parc de Milan, Lausanne
Das was wir heutzutage unbeholfen "Tag der Arbeit" nennen, hat eine epochemachende Geschichte. All diese Feierlichkeiten rund um die Welt am 1. Mai finden zur Erinnerung an die Toten des Arbeiterstreiks in Chicago von 1886 statt. Seitdem wurde der Tag derjenige der Arbeiter, der Prekären und der Unterdrückten im Kampf gegen den Kapitalismus.

Der Kapitalismus strebt die schnellstmögliche Maximierung des Profits an, indem er von den sozialen Ungleichheiten profitiert. Er ist vollständig zur Bereicherung einer priviligierten Klasse verkommen. Der Kapitalismus besitzt keine Ethik. Er konnte sich nur durch die systematische Plünderung der natürlichen Ressourcen der Länder des Südens entwickeln. Der "Kapitalismus mit menschlichem Antlitz" ist eine Betrügerei, die uns die Reformisten seit mehr als einem Jahrhundert versprechen. Die Sozialdemokratie hat nichts ausser einem bewölkten Horizont zu bieten, während uns die soziale und ökologische Not immer mehr zu einer radikalen Evolution drängt. Die Arbeiterinnen und Arbeiter sind die einzigen Produzenten des Reichtums. Die Arbeitgeber geniessen ihn ohne zu arbeiten. Sie sind die Ausbeuter unserer Arbeit, sie sind Diebe. Es liegt an uns, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Mehr als 20.000 Jugendliche stehen jedes Jahr ohne die Möglichkeit einer Ausbildung da und werden durch ihren Schulabschluss zu einem prekären Leben gezwungen. Vielen bleibt nichts als ihre Würde, die grosse Tugend der Armen und Bescheidenen. Sogar das wollen sie uns nehmen, indem sie die Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen und Nachtarbeit fordern oder uns Zeitarbeit aufzwingen. Sie stossen uns ins Elend.

Trotz der Rekordgewinne der letzten Jahre verlangen die rechten Parteien noch immer, dass wir den Gürtel enger schnallen. Vom Sozialabbau bis zu besagter Rücknahme unserer Errungenschaften versucht die Arbeitgeberschaft nichts anderes als den Arbeitsfrieden zu brechen! Alle Mittel sind recht, um uns zu teilen. Verschiedene Sprachen, Hautfarben oder Religionen, sie versuchen nichts als Spannungen zwischen den Arbeitern zu schüren. Die Frauen sind noch immer Opfer der unfassbaren Strafe eines verminderten Lohnes und der Unterdrückung durch das Patriarchat.

Warum all das? Wann wird das aufhören? Ist es utopisch die Dampfwalze des Kapitalismus zerstören zu wollen? Die Träumer sind viel eher diejenigen, die glauben, dass das noch lange dauern kann. Wir haben unsere Illusionen verloren.
Der Staat ist nicht das Werkzeug der Vermittlung zwischen den Klassen, sondern ein Werkzeug der sozialen Kontrolle der Bourgeoisie. Die menschliche Solidarität drängt uns zur Revolte, wir müssen raus auf die Straße, uns vereinen, uns organisieren. Es gibt schon genug Elend, Armut und Ausschluss. Es ist möglich die Welt zu verändern, aber niemand ausser uns wird es tun!

Koordination für einen revolutionären 1. Mai
  • 12:30 Uhr Volxküche im Parc de Milan
  • 15 Uhr Demonstration ab Parc de Milan
  • 17 Uhr Treffen Unia im la Salle des fêtes du Casino de Montbenon
  • 17:30 Uhr Ansprache von Aldo Ferrari (Unia Vaud) über die Neuigkeiten aus Vertretern der Gewerkschaften und der Migration Musikalische Unterhaltung: Chorale Golben’s. Bar et restauration
  • 20 Uhr Abendessen Vegetarier im Espace Autogéré, Cesar-Roux 30
  • 22 Uhr Konzert: baxter & nine/eleven (hc, france) im Squat de la Prairie, Avenue du Chablais 30

Communiqué der Action Autonome: Der 1. Mai in Lausanne

An diesem 1. Mai waren wir 300 an der revolutionären Demonstration in Lausanne, bei der wir unseren Widerstand gegen Kapitalismus und Staat laut und stark zum Ausdruck brachten.
Wir haben an den Tod der Streikenden von Chicago erinnert, die 1886 von der Polizei getötet wurden. Und, noch allgemeiner, an all die Opfer, die der Kapitalismus jeden Tag produziert. Wir vergessen nicht, dass die Regierungen wechseln und sich gleichen, aber die Polizei bleibt. Sei es in einer Scheindemokratie oder in einer Diktatur, der bewaffnete Arm des Kapitals ist immer der gleiche. Es gibt bereits zu viele Tote, gegenüber der Polizei gibt es nichts als Wut!

Sie, da oben, tragen zu unserem Gelingen bei, indem sie das Elend säen; ihr erklärt den Leuten unten den Krieg! Ihr öffnet uns das Herz der Unentschlossenen. Wir lassen die Saat einer neuen Hoffnung aufkeimen, wir kultivieren den Hass auf das System und die Liebe zu unseren Mitmenschen. Die Repression kann uns nur verlangsamen, aber wir nähern uns unweigerlich einem neuen Revolutionszyklus. Wir sind wie Unkraut: Ihr könnt einen Revolutionär töten, aber niemals die Revolution.

Wir wissen, wo sich die wahren Zerstörer befinden. Zerstörer von Leben, Träumen und Hoffnungen.
Ihr seid nicht legitimiert, denn ihr seid von weniger als der Hälfte der Bevölkerung gewählt, die ihr durch die Propaganda sprachlos gemacht habt. Wir sind nicht bereit zum Dialog, unsere Gewalt will nichts als euer Verschwinden. Ihr könnt unsere Gewalt als Unhöflichkeit der Jugend abtun, das wird in dieser Sache nichts ändern.

2. Mai 2008, Action Autonome

Widerstandkultur verteidigen! 1. Mai am 1. Mai! (Zürich)

Dieses Jahr soll am 1. Mai in Zürich alles anders werden! Das zumindest hätten sie gern. Gegen die Versuche der Stadtregierung, der UNIA-Führung und der SP-PolitikerInnen, die widerständige und kämpferische Kultur des 1. Mai in Zürich zu brechen, haben sich verschiedene politische und kulturelle Gruppen zusammengeschlossen und ein Kultur- und Politikprogramm zusammengestellt, damit der 1. Mai als kämpferischer, gemeinsamer Tag erhalten bleibt. (Bisher Infos auf www.aufbau.org)

Aufruf "Widerstandskultur verteidigen! 1. Mai am 1. Mai!":

Am diesjährigen 1. Mai soll alles anders sein!
Das zumindest will die Stadtpolizei, die SP und die Gewerkschaftsführung. Die Tradition einer gemeinsamen grossen Demo am Vormittag musste dem Machtkampf zwischen UNIA und 1. Maikomitee weichen. Es wurden 2 Demobewilligungen mit 2 verschiedenen Routen eingegeben. Die Stadt kann sich frei zwischen diesen entscheiden. Eine Abschlusskundgebung soll im Kreis 1 stattfinden und möglichst kurz dauern.1 Und dann - so wollen es die offiziellen "OrganisatorInnen" des 1. Mai - sollen die Leute nach Hause, ab ins Bett.

Nicht mit uns! Wir lassen uns die jahrzehntelange Widerstandskultur des 1. Mai in Zürich nicht kaputt machen!
Wir wollen den 1. Mai als kämpferischen, lebendigen und vielfältigen Tag der Solidarität erhalten. Dazu gehört die Demo am Morgen, das Fest und alle sonstigen Aktivitäten am Nachmittag. Diese Gemeinsamkeit und Vielfalt macht die starke Bedeutung des 1. Mai in Zürich aus. Deshalb wollen die Rechten diese Gemeinsamkeit jetzt durchbrechen oder "entflechten", um als nächstes den 1. Mai als Tag des Widerstandes von unten zu delegitimieren.

Wir wollen, dass an diesem Tag was läuft!
Wir sind der Meinung, dass nach der Demo am Vormittag nicht Schluss mit Lustig sein soll. Und mit dieser Meinung sind wir nicht alleine. Aber wir wissen auch, dass man vereinzelt nicht weiterkommt. Deshalb wollen wir eine Plattform bieten, bei der sich alle mehr oder weniger verpflichtend einklinken können. Ziel soll sein, dass die Solidarität, der Austausch und eine widerständige Vielfalt am 1. Mai erlebbar bleibt. Dafür wollen wir einen Raum schaffen.
Am Tag selber sind schon einige Aktivitäten geplant, so z. B. ein Platzkonzert und eine kraftvolle Präsenz am rev. Treff. Die OrganisatorInnen dieser Aktivitäten unterstützen diesen Aufruf. Wir sind der Meinung, dass möglichst viele Aktivitäten laufen sollten: nebeneinander oder miteinander, hauptsache nicht gegeneinander.

Neben den Aktivitäten am Tag, wollen wir am Abend des 1. Mai in der Kanzleiturnhalle ein Polit- und Kulturprogramm organisieren. Geplant sind am Anfang abwechselnd kurze politische und musikalische Beiträge auf der Bühne und schliesslich zum Abschluss ein grösseres Konzert mit anschliessender Party. Währenddessen soll die Kanzleiturnhalle Raum für verschiedene Gruppen und Zusammenhänge bieten, sich zu artikulieren, so zum Beispiel durch Stände, Stellwände, Video- oder Diaprojektionen usw..

Das Ganze soll schliesslich unter dem Motto "Widerstandskultur verteidigen - 1. Mai am 1. Mai" und mit einem Plakat seinen Ausdruck finden. Auf diesem sollen neben dem Programm der Kanzleiturnhalle und den UnterstützerInnen auch sämtliche Aktivitäten am Tag veröffentlicht werden.

Wir rufen deshalb alle interessierten Personen, Gruppen, Organisationen und Zusammenhänge auf, sich an diesem Projekt politisch, kulturell, logistisch, technisch oder sonstwie zu beteiligen.

Widerstandskultur verteidigen! 1. Mai am 1. Mai!

Wir sind bisher (Stand 1. April 08):
Aktion gegen rechte Gewalt (AGRG), Antikapitalistische Linke – für Sozialismus (ALS), Das Komplott, Direkte Solidarität mit Chiapas, Infoladen Kasama, Föderation der migrierten Arbeiter in der Schweiz (IGIF), Gioventù Comunista, Partei der Arbeit (PdA), Partito Comunista, Revolutionäres Bündnis Region Zürich, REVOLUTION, Revolutionäre Jugend Zürich (RJZ), Revolutionärer Aufbau Schweiz (RAS), SchülerInnen Netzwerk Zürich, Sindacato Indipendente Studenti e Apprendisti (SISA), TAYAD, Volksverlag, Vorwärts-Zeitung, Einzelpersonen

Programm:

Revolutionärer Block in der Demo 9.30 Uhr Lagerstrasse / Sihlpost
Revolutionärer Block in der Demo
11.00 Uhr Neumarkt Winterthur
Ab 12.30 Uhr, Kanzleiareal: Revolutionärer Treff
Ab 13 Uhr, Kanzlei: Konzert mit UK Subs (einziges CH-Konzert)

Ab 18.30 Uhr Kanzleiturnhalle, Kanzleiareal:
Polit- und Kulturprogramm

EURO 08
Internes aus der Stadtpolizei Zürich; Fansituation: Berichte aus der FCZ-Fanszene; Ideen zum Widerstand: AnarchistInnen aus Bern.
Internationalismus
Deutschland:
Live aus Berlin Gespräch mit Leuten, die wegen mg (militante Gruppen) angeklagt sind.
Italien, Padua: Gäste* aus dem besetzten Zentrum 'Gramigna' und ihren Kämpfen wie ihren politischen Gefangenen.
Türkei: DHKP C zur Situation der politischen Gefangenen; MLKP zum 1. Mai und aktuelles aus dem Widerstand in der Türkei.
Kolumbien: FARC, Beitrag der PdAZ und Netzwerk Resistencia. Mexico: Offensive gegen Zapatistas - Infoveranstaltung mit Ernesto aus Chiapas. (Glaspalast, Zeughausareal, 18.30 h)
Streik Streikende von SBB Cargo sprechen.
Glencore Greis (Chlyklass) informiert über den Rohstoffkonzern.

Dazwischen: Musikalische Beiträge von Detlef-K, Liedermacher aus Berlin

Konzert und Party
Ab 22.00 Uhr Kanzleiturnhalle
Big Zis, Greis & Special Guest
Ab 24.00 Uhr Styro2000, Hoodregulators (Korsett)

Und am 2. Mai: Veranstaltung zu Repression, 19.00 Uhr Volkshaus
Klassen-kämpferisches, revolutionäres aus der italienischen Bewegung. Leute aus dem immer wieder geräumten und wieder besetzten Zentrum 'Gramigna' berichten auch zu ihren politischen Gefangenen; Rote Hilfe zum Verlauf am 1. Mai am 1. Mai

http://www.1mai-am-1mai.ch

[Quelle: indy]


Bilder: Widerstandskultur verteidigen

Fotos vom Polit- und Kulturprogramm im Rahmen des Aufrufs "Widerstandskultur verteidigen - 1. Mai am 1. Mai": www.1mai-am-1mai.ch. Im Rahmen der "Aufstandsbekämpfung" wurde das 1. Mai-Fest wurde dieses Jahr erst ab dem 2. Mai gefeiert. Um die Widerstandskultur und einen Begegnungsort am 1. Mai aufrechtzuerhalten, haben verschiedene Kräfte auf und in das Kanzlei mobilisiert.

Am Nachmittag bot der Revolutionäre Treff, welcher schon seit einigen Jahren vom Revolutionären Bündnis aufgebaut wird, auf dem Kanzleiareal Politstände, informative Stellwände, Büchsenwerfen, Verpflegung und Schutz vor Repression.

Neu war dieses Jahr, dass aus dem Aufruf "Widerstandskultur verteidigen" ein Platzkonzert mit UK-Subs entstanden ist. Dem Aufruf folgten im Ganzen bis zu 3000 Leute. Wobei ein grosser Teil von der Polizei nicht auf das Areal gelassen wurde. Die Polizei hat das Areal umzingelt und die BesucherInnen massiv eingeschüchtert. So sollten die Leute abgeschreckt werden. Dies gelang nicht. Trotz Kessel standen die Leute Schlange, um auf das Areal zu kommen. Diese wurden gefilzt und teilweise verhaftet. Weiteres Kalkül der Bullen war es, durch Einschleusung von zivilen Bullen im Kessel, eine Eskalation herbeizuführen. Die bis zu 600 KonzertbesucherInnen haben diesen Provokationen aber getrotzt und boten den Bullen keine Möglichkeit, den Kessel endgültig zu einem Verhaftungskessel zu machen. Nach dem Konzert der UK-Subs wurden noch spontane Anschlusskonzerte von Topfchopf, Detlef-K und Lea-Won gehalten.

Ausserhalb des Kessels befanden sich insgesammt ca. 2000 Leute. Hier wurden immer wieder Menschen willkürlich von Greifer-Trupps verhaftet, wobei die Verhaftungsaktionen wohl mehr einer EM-Übung dienten. Der Belagerungszustand durch die Bulen im Quartier führte schliesslich zu militanten Aktionen gegen die Polizei. Die Qualität der Angriffe war bemerkenswert. So wurde praktisch keine Scheibe im Quartier in Mitleidenschaft gezogen und die Wut richtete sich kollektiv auf die Repression. QuartierbewohnerInnen und das Kleingewerbe solidarisierten sich des öfteren. So wurden auch Gegenstände von Dächern auf die Polizei geworfen.

Am Abend folgte ab 18.00 Uhr ein ausführliches Politprogramm in der Kanzleiturnhalle. In diesem Rahmen wurden verschiedene kurze inhaltliche Beiträge gehalten. So zum Beispiel von Greis zu Glencore, ein Video-Interview mit Beschuldigten zum mg(militante Gruppe)-Verfahren, von Vertretern der Fanszene zur Euro08 usw.. Die Beiträge wurden musikalisch vom Polit-Liedermacher Detlef-K unterstützt. Die Polizei umkesselte das Areal jedoch nochmals grundlos für ca. eine Stunde, um ein weiteres Mal Leute von der Teilnahme am Programm abzuhalten. So konnten gewisse Polit-Beiträge z.B. der FARC aus repressionstechnischen Gründen nicht gehalten werden. Auf dem Areal genossen viele Menschen trotz der Belagerund durch die Polizei die Abendsonne.
Gegen 22.00 Uhr begann das Kulturprogramm in der Turnhalle. Auf Auftritte von Greis und Lea-Won folgte der Hauptact von Bis Zis mit genialer Performance, welcher die Halle füllte und zum tanzen brachte. Wegen der Zeitverzögerungen durch die Repression musste anschliessend leider der Einsatz von Styro 2000 gestrichen werden. Den Abschluss machten die DJ's Hoodregulators vom Korsettkollektiv.
Trotz Belagerung durch die Bullen, ständigen Meldungen von willkürlichen Verhaftungen und genereller Einschüchterungsversuche konnte der 1. Mai als Tag der Widerstandskultur verteidigt werden und politische Räume konnten gegen die Militarisierung des Quartiers erhalten werden.

Hier eine kleine Auswahl von Fotos. Weitere Fotos gibt es unter diesem Link:
http://www.aufbau.org/images/stories/Mai08/kulturprogramm%20mittag/
http://www.aufbau.org/images/stories/Mai08/kulturprogramm%20abend/

Libertärer Haufen am 1.Mai-Umzug in Zürich

Aufruf zum libertären Haufen am 1. Mai!

Wir rufen auf zum libertären Haufen am 1.Mai-Umzug in Zürich.
Da wir uns nicht mit den Gewerkschaftsapparatschiks, sehr wohl aber mit den ArbeiterInnenn in ihren kämpfen solidarisieren wollen, da wir uns nicht mit Stalinistischen und anderswie autoritären Kommunistischen Gruppierungen zusammentun wollen, aber sehr wohl revolutionäre und antikapitalistische Positionen vertreten, haben wir beschlossen, diesen 1.Mai selbständig unter libertärem Banner zu begehen.

Wir laden alle libertären herzlich ein, mit uns zusammen den libertären Haufen zu bilden und am 1.Mai gemeinsam für eine Freie Gesellschaft zu demonstrieren.

Ein Soundmobil wird gestellt. Wer will, kann es benützen, eine Rede, ein Gedicht vortragen oder auch Lieder singen… Meldet euch einfach bei uns.
Für eine vielfältige Widerstandskultur!
Gegen die Plünderung der Bevölkerungshabe durch Bosse und Besitzende! Eigentum ist Diebstahl!

9:30, Lagerstrasse (hinter Sihlpost)
Beim Soundmobil mit der Eröffnungsrede...
ZA, 29. 4. 2008

[Quelle: indy]


Bilder vom libertären Haufen in Zürich

[Quelle: indy]


Zürcher AnarchistInnen - Wir bejubeln unseren 1. Mai

Der libertäre Haufen war eine starke Manifestation antiautoritärer Fröhlichkeit. Er umfasste ca. 80 Leute; AnarchistInnen, libertäre KommunistInnen und Punks. Unser grandioses Soundmobil funktionierte einwandfrei, es diente auch als Plattform für die Eröffnungsrede von Ernesto Lledesma aus Chiapas sowie weitere Reden von bolivianischen und kolumbianischen Genossen.

Obwohl wir von den autoritärkommunistischen Organisationen an den Schluss des Umzuges gedrängt wurden, konnte die Freude über den libertären Haufen nicht getrübt werden. Das Programm auf dem Mobil war abwechslungsreich: Musik, Parolen, kurzen Reden und Gedichte sowie ein Chansonnier, welcher anarchistische Lieder mir Akkordeonbegleitung zum Besten gab.

Die lächerliche, feige Aktion von mutmasslichen Neonazis, welche nach dem Stadthaus am Limmatquai mit Pfefferspray angriffen, war das einzige unerfreuliche Ereignis, dieses wog allerdings nicht so schwer, es war auch genau dasselbe langweilige Muster wie jedesmal. Wir kriegen Euch doch noch, Nazipack!

Am internationalen Fest auf dem Kasernenareal waren wir dann noch mit einem anarchistischen Büchertisch präsent, welcher über Erwarten grossen Anklang fand. Wir hatten Zeit, libertäre Kontakte zu pflegen und interessierten Leuten unsere Standpunkte zu erklären. Ausserdem wurden wir von vielen Leuten auf dem Festareal wahrgenommen und zwar auf eine gute Art.
Da war auch die Enttäuschung über die Einstellung des Freibierausschankes bei den Sozis zu verschmerzen.

Ausser unseren Sonnenbränden war diese Woche für uns ein sehr gelungener Auftakt zu einer langfristigen libertären Aktivität in Zürich.
In diesem Sinne laden wir alle antiautoritären Leute ein, mit uns zusammen aktiv zu sein, eine libertäre Perspektive zu erarbeiten. Gelegenheit mit uns zusammenzutreffen bietet immer noch der anrchistische Stammtisch jeden Dienstag ab 19:00 in der Mars-Bar an der Neufrankengasse 15.
Weitere Infos unter http://zuercher-anarchistinnen.ch.vu

Zum Schluss möchten wir allen, die uns so tatkräftig und/oder moralisch unterstützten, nochmals herzlich danken.

Für Anarchie, Freiheit und libertären Sozialismus!
Gegen Staat, Kapital, Knäste und Grenzen!
Amore e Anarchia subito!

Zürich, 4.Mai 2008,
Eure ZA

[Quelle: indy]


Heraus zum 1. Mai am 1. Mai! (Zürich)

Es kracht im Gebälk des internationalen Banken- und Finanzsystems. Die Erschütterung geht von einer riesigen Spekulationsblase aus, die um Hypothekargeschäfte im US-Häusermarkt aufgebläht wurde und jetzt geplatzt ist. Grossbanken müssen vom Konkurs gerettet werden, und der Aktienkurs der UBS fiel um zwei Drittel. Von den Millionen aus ihren Häusern vertriebenen Angehörigen der arbeitenden Klasse spricht kaum jemand. Steht ein weltweiter Kriseneinbruch bevor?
Die Wirtschaftsjournalisten versuchen zu beruhigen und posaunen etwas heiser in die Welt hinaus, der seit fünf Jahren hochgelobte Aufschwung werde sich fortsetzen. Warum haben wir davon nichts gemerkt? Warum werden wir weiter auf die Strasse gestellt oder müssen uns in unsicheren Jobs zunehmende Arbeitshetze bei immer mieseren Löhnen gefallen lassen?
Offensichtlich profitieren im Zeitalter des sogenannten Neoliberalismus nur noch die Reichen und Reichsten vom Wirtschaftswachstum, während weltweit die Armen immer ärmer werden. Diesmal trifft Arbeitslosigkeit zuerst Bankangestellte: Allein die UBS wollten 8000 Stellen streichen. Aber die Schnitte bei Novartis (2500 Stellen) oder BMW (8000 Stellen) sind schon angekündigt.

In einer solchen Wirtschaftskrise kommt es politisch zu einer Rechtsentwicklung, denn die Herrschenden können die ArbeiterInnenklasse nicht mehr länger mit den Brosamen, die von ihrem Tisch abfallen, abspeisen.
Einerseits versucht die herrschende Klasse, die ArbeiterInnen untereinander zu spalten, um von den wahren Verhältnissen abzulenken, anderseits wird die Ausbeutung und Unterdrückung noch verschärft.

Frauenbefreiung fordert Revolution – alles andere ist Illusion!

Obwohl in Zeiten, in denen sozialstaatlich gespart und privatisiert wird, der „Beruf Mutter“ wieder an Bedeutung gewinnt, ist es heute selbstverständlich, dass Frauen für Lohn arbeiten. Ebenso selbstverständlich ist es, dass Frauen gratis die Familienarbeit leisten und dazu noch die 1000 kleinen „Jobs“ und Verantwortungen im Alltag übernehmen – sie sollen also rund um die Uhr fit und flexibel sein.
Die Vereinbarung von Beruf und Familie bedeutet für die meisten Frauen Hin- und Herrasen zwischen schlecht bezahlten Teilzeitstellen, Kindern und sonstigen Verpflichtungen. Außerfamiliäre Betreuungsangebote für Kinder sind sehr teuer und immer noch nicht ausreichend vorhanden. Im Kanton Zürich z.B. ist nur ein Drittel des Bedarfs an Betreuung abgedeckt.
Durch die strukturelle Benachteiligung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt sind Männer, die sich mit der Frau die Kinderbetreuung und Hausarbeit teilen immer noch die Ausnahme. Frauen verdienen immer noch ca. 22% weniger als Männer. Mehr als die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen geht einer Teilzeitarbeit nach, was bedeutet, dass sie kaum soziale Absicherungen, kleine Renten, höhere Krankenkassenprämien und mehr Stress haben. Den Nutzen und Profit aus dieser Ungleichheit zieht die herrschende Klasse.

Gegen reaktionäre Hetze!

In der bürgerlichen Politik setzt sich immer mehr ein Umgang mit gesellschaftlichen Problemen durch, welcher die Ursachen nicht in der Gesellschaft an sich, sondern vielmehr in den davon betroffenen Menschen sieht. Anstatt sich über die Ursachen zu empören, welche Leute dazu veranlassen, ihre Heimat zu verlassen, sei dies wegen Kriegen, politischer Verfolgung oder sonstigen lebensunwürdigen Situationen, empört man sich über diejenigen, welche hier das Bild einer heilen Welt stören. Anstatt sich über eine Gesellschaft zu empören, welche einem beträchtlichen Teil der Bevölkerung keine Möglichkeit gibt, sich mit ihren Fähigkeiten für das Gemeinwohl einsetzen zu dürfen oder überhaupt ihre Existenz zu sichern, empört man sich über den vernachlassbar kleinen Teil davon, welche ihre Würde mit zweifelhaften Mitteln zurückerkämpfen versuchen. Die Opfer werden zu Schuldigen und die Täter bauen immer hemmungsloser ihren Reichtum auf den Schultern all derer auf, welche sich nicht durch Solidarität zu wehren wissen. Die konkreten Folgen davon sind ein immer schärferer Konkurrenzdruck unter den ArbeiterInnen und ein rassistisches Klima, was zwar die SVP am deutlichsten zeigt, dabei aber nur die Drecksarbeit für die anderen Parteien von links bis rechts macht. Die SP versucht dabei, der SVP die Themen abzugreifen und überholt sie damit sogar noch rechts: SP-Politikerin Chantal Galladé forderte z.B. unlängst, schon 14-jährige in den Knast zu schicken.

Gegen die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen!

Die Angriffe auf die Arbeitsbedingungen nehmen ständig zu. Zum einen greifen vor allem die SVP-Hardliner des Baumeisterverbands den Gesamtarbeitsvertrag (GAV) auf dem Bau an. Zum anderen treibt insbesondere der sozialdemokratische Bundesrat die Privatisierung der Post und der SBB voran. Beides stiess auf grossen Widerstand durch die ArbeiterInnen. So führen die Bauarbeiter schon seit dem 1. Oktober 2007 – seit da ist die Branche im vertragslosen Zustand – einen immer stärker werdenden Arbeitskampf, um die Baumeister zu einem GAV zu zwingen. Und die Belegschaft der SBB-Cargo-Werke in Bellinzona hält seit dem 7. März ihr Werk besetzt und geniesst mit ihrem Streik eine enorme Solidarität der ArbeiterInnenklasse im Tessin und der Schweiz. Sämtliche Drohungen und falsche Versprechen von Seiten des Bundesrates Leuenberger prallten bisher an deren Entschlossenheit und Kampfbereitschaft ab. „Hände weg vom Werk in Bellinzona“ lautet ihre Parole.
Wie immer bei Arbeitskämpfen versuchen die Unternehmer, den Widerstand von unten zu spalten. Die Personenfreizügigkeit gibt den KapitalistInnen die Mittel des Konkurrenzdrucks unter den ArbeiterInnen in die Hand. Und der Bundesrat spielt die einzelnen SBB-Cargo-Werke gegeneinander aus und schürt damit Standortlogik und Regionalpatriotismus. Diesen Spaltungsversuchen müssen wir unsere praktische Solidarität mit den streikenden KollegInnen auf dem Bau und bei der SBB entgegensetzen. Spaltung ist das Mittel der KapitalistInnen – Solidarität ist unser Gegenmittel!

Gegen Repression im Stadion und auf der Strasse!

Im Vorfeld der Europameisterschaft 2008 in der Schweiz und Österreich macht sich in den Fussball- und Eishockeystadien der Schweiz eine Zunahme der Repression bemerkbar. In der Schweiz soll vor dem Mega-Event dafür gesorgt werden, dass die Stadien zu reinen Konsum-Tempeln werden, in welchen eine aktive Fankultur, die sich auch mal kritisch mit der Kommerzialisierung des Sports auseinandersetzt, keinen Platz mehr hat. Durchgesetzt wird dies auf mehreren Ebenen.
In den Medien und in der Mehrheit der Vereine findet eine Spaltung der Fans in „gut“ oder „böse“, „friedlich“ oder „gewalttätig“ statt. Eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit der Fankultur gibt es nicht.
Rechtlich werden diverse Gesetze eingeführt, damit man möglichst effektiv gegen aktive Fans vorgehen kann. Ein Beispiel (aber nicht das einzige) ist die Einführung der Hooldat, der Hooligan-Datenbank. Darin werden Leute registriert, die sich in einer „gewaltbereiten“ Menge befanden; von der Unschuldsvermutung keine Spur mehr. Weiter gilt es auch zu bedenken, dass diese Gesetze keinesfalls befristet oder auf gewisse Gruppen begrenzt sind: Diskussionen, die Gesetze auch auf linke AktivistInnen auszuweiten und unbegrenzt weiterlaufen zu lassen, sind in vollem Gange.
Unter den Unterstützern der neuen Gesetze, die praktisch einer Fichierung von Fans und politischen AktivistInnen gleichkommen, finden sich auch weite Teile der SP. Diese Unterstützung ist ein weiterer klarer Ausdruck des Rechtsrutsches in der SP.

Gegen die Umweltzerstörung!

Währenddem das Wissen über das Ausmass der Umweltzerstörung und deren katastrophalen Auswirkungen Tag für Tag wächst, wächst gleichzeitig auch das Tempo, mit dem sich dieser zerstörerische Prozess fortsetzt. Darüber vermag sich zwar so mancher unter den Herrschenden zu empören, schlussendlich siegt aber stets das Streben nach noch mehr Profit über die Empörung. Der Kapitalismus hat für das Problem der Umweltzerstörung nur Hürden und keine Lösungen bereit. Auf der Suche nach neuen Märkten und Ressourcen bleibt die Frage nach den Lebensgrundlagen von morgen auf der Strecke. Mit den Lippenbekenntnissen der Herrschenden zum Umweltschutz können und wollen wir uns nicht begnügen!

Heraus zum revolutionären 1. Mai 2008!

Wir lassen uns nicht täuschen und spalten! Lohn-, Sozial- und Bildungsabbau, Entlassungen, verschärfte reaktionäre Hetze, voranschreitende Umweltzerstörung und verstärkte Repression zeigen, dass uns der Kapitalismus nichts mehr zu bieten hat. Es ist eine Illusion, innerhalb dieses Systems soziale Gerechtigkeit erreichen und die Lebensgrundlagen von morgen erhalten zu können. Erst wenn der Kapitalismus als Ganzes bekämpft und zerschlagen wird, wird eine Gesellschaft frei von Ausbeutung und Unterdrückung möglich sein. Wir müssen die Zukunft in die eigenen Hände nehmen!

Am internationalen Kampftag der ArbeiterInnenklasse, dem 1. Mai, tragen seit mehr als hundert Jahren überall auf der Welt Menschen ihren Widerstand gegen den Kapitalismus und für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung auf die Strasse. Die Gründe dafür sind heute noch genau so aktuell wie früher.

In Zeiten einer generellen Rechtsentwicklung und immer heftigeren Angriffen auf die Errungenschaften der ArbeiterInnenbewegung stellt der 1. Mai natürlich einen Dorn im Auge der herrschenden Klasse dar und soll als Kampftag der ArbeiterInnenklasse demontiert werden.
Nach dem 1. Mai 2007 in Zürich, an dem sich sehr viele Leute an der kraftvollen und klassenkämpferischen Nachdemo beteiligt hatten und viele von ihnen danach noch militant auf die Strasse gegangen sind, forderte die Unia-Gewerkschaftsführung und die SP den Ausschluss aller Organisationen von den 1. Mai-Aktivitäten, die sich nicht klar von revolutionärer Gewalt distanzieren. Die bürgerlichen Parteien wollen den 1. Mai sogar abschaffen: Im Zürcher Kantonsparlament steht die Abschaffung des 1. Mai als arbeitsfreier Tag auf der Traktandenliste! Unter diesem Druck verschob das 1. Mai Komitee das übliche 1. Mai-Fest dieses Jahr auf das Wochenende nach dem 1. Mai.
Dass in Bern die Gewerkschaften dieses Jahr keine 1.Mai-Demo planen, zeigt, dass sich diese Entwicklung nicht nur in Zürich sondern generell abspielt und der 1. Mai nur ein Brennpunkt in dieser Rechtsentwicklung ist.
Der Angriff von reformistischer wie bürgerlicher Seite auf den 1. Mai betrifft alle linken, klassenkämpferischen und revolutionären Kräfte, die von einer grundsätzlichen Kritik am Kapitalismus ausgehen und zusammen dagegen auf die Strasse gehen wollen. In Zürich gilt es zudem auch eine spezielle Tradition der Vielfalt widerständischer Formen und Inhalte an einem Tag zu verteidigen. Eine Kultur, die sich im Lauf der letzten 30 Jahre entwickelt hat und zum 1. Mai in Zürich gehört.
Wir lassen uns den 1. Mai weder verschieben noch verbieten!

Heraus zum 1. Mai am 1. Mai!
Spaltung schwächt uns – Widerstand vereint uns!
antikapitalistisch, klassenkämpferisch, revolutionär
Revolutionäres Bündnis Region Zürich


1. Mai in ZH - Demo am Morgen (RAZ)

Fotos von der 1. Mai-Demo am Morgen in Zürich. Um dem Rechstrutsch der ReformistInnen und dem Angriff durch die SP und Gewerkschaftsführung entgegenzutreten sammelten sich türkische, kurdische und revolutionäre Kräfte in einem gemeinsamen "Antiimperialistischen Block". Der "Revolutionäre Block" war Teil dieses Bündnisses.

Der Demo schlossen sich bis zu 10000 Leute an. Der "Antiimperialistische Block" zählte ca. 2000 Leute und der "Revolutionäre Block" 500.

Die DemoorganisatorInnen hatten diesmal die Route denkbar kurz und unattraktiv gestaltet. Der Rechtsrutsch zeigte sich denn auch nicht nur in vorgängigen Androhungen, alle militanten Kräfte aus der Demo auszuschliessen, sondern auch darin, dass der symbolische Paradeplatz ausgelassen wurde. Traditionellerweise gibt es dort immer eine AgitProp-Aktion der Rev. Aufbau Zürich. Diese wurde nun an den Anfang der Demo verschoben. Thema der Aktion war die Privatisierung, welche die Bundesräte vorantreiben. Sie wurden denunziert als Papapageien des Kapitals, indem sie die Forderungen des Kapitals nachplapperten. Die Forderung auf Transparent und Schildern war denn auch "Kein Hoffen auf den Staat des Kapitals - Sozialisieren statt Privatisieren!"

Der Regen drückte zwar etwas auf die Stimmung, doch wurden am Wagen stets Parolen und Reden gehalten zu Themen wie: Rechtsrutsch am 1. Mai, Hungerrevolten, Streik auf dem Bau, Frauenkampf, Politische Gefangene, Bankenkrise, Indisches Kapital usw. Musikalische Beiträge gab es von Topfchopf. Am Schluss der Demo gab Phenomden auf dem Wagen des Revolutionären Blocks noch ein paar Lieder zum Besten.

Hier eine kleine Auswahl von Fotos. Weitere Fotos gibt es unter diesem Link:
http://www.aufbau.org/images/stories/Mai08/

[Quelle: indy]


Keine Gewalt? - Flugblatt der RJZ zum 1.Mai

Um das gleich vorwegzunehmen, wir finden Gewalt auch scheisse. Von den Aufrufen gegen Gewalt, wie sie jeweils um den 1. Mai zu hören sind, halten wir trotzdem nicht viel. Warum, könnt ihr hier lesen:

Erlaubte und verbotene Gewalt
Jeden 1. Mai ist es in etwa dasselbe Spektakel. Nachdem wieder einige Steine oder Flaschen auf Polizisten geflogen sind, geht ein grosses Gejammer durch die Politiklandschaft, als geschähe während des ganzen Jahres nichts übleres und von SVP bis SP überbietet man sich in Forderungen der Gewalt ein Ende zu bereiten. Doch trotz dieses Spektakels sind wir der Meinung, dass keiner dieser Regierungsparteien ernsthaft ein Problem mit Gewalt hat. Die SVP beispielsweise schreibt in ihrem Positionspapier zur Jugendgewalt: „Gewalt dürfe auf keinen Fall toleriert werden.“ Einige Seiten weiter fordert sie jedoch als Massnahmen gegen die Jugendgewalt Gefängnisstrafen und Ausschaffungen. Seltsam, ist es denn keine Gewalt jemanden gegen seinen Willen mit Waffen in einem Gebäude festzuhalten? Oder bewaffnete Polizisten und Sicherheitsleute jemanden fesseln zu lassen und gegen seinen Willen in ein anderes Land zu verfrachten? Eine Antwort darauf lässt sich an einer anderen Stelle innerhalb dieses Papiers finden, dort heisst es nämlich, man müsse, um „die Ordnung und Disziplin innerhalb der Klassenzimmer aufrechtzuerhalten, die Möglichkeit haben, die Schüler der polizeilichen Ordnungsgewalt zu überstellen.“
So läuft das also. Man ist gegen das Tolerieren von Gewalt, solange diese von Jugendlichen, Hooligans oder sogenannten Chaoten ausgeübt wird und man ist für Gewalt solange diese von der „polizeilichen Ordnungsgewalt“ ausgeführt wird. Das ist übrigens keine Eigenart der SVP, diese Haltung hat System. Wenn von Jugendgewalt die Rede ist, kommt kein Mensch auf die Idee, hier die Gewalt von jungen Polizisten dazu zu zählen. Das liegt daran, dass die Gewalt der Polizei oder anders gesagt die Gewalt des Staates, die Staatsgewalt, als selbstverständlich angesehen wird. Mit dieser Gewalt haben die Wenigsten ein Problem. Ein Problem mit Gewalt haben die Meisten sogenannten Gewaltkritiker nur, wenn die Gewalt von Leuten ausgeht, die nicht zufälligerweise Polizist sind, sondern eben bloss Jugendliche, die sich austoben. Das gilt vor allem auch für den Staat selbst. Er besitzt ja selbst genügend Einrichtungen, die nur dafür da sind, Gewalt auszuüben, (Polizei, Gefängnisse, Armee, Gerichte, Grenzwächter, Geheimdienste etc.) hat also an sich überhaupt nichts gegen Gewalt. Nur gegen Gewalt die nicht von ihm, sondern von unbefugten Privatpersonen ausgeht.
Die Gewalt des Staates ist übrigens kein Ausnahmefall, wie die Jugendgewalt an den Wochenenden oder die Schlägereien an Fussballspielen. Sie ist allgegenwärtig. Wer uns das nicht glaubt, der soll einmal in ein Kaufhaus gehen und die Tüte mit den Lebensmitteln einfach ohne zu bezahlen an der Kasse vorbei tragen. Eben. Da kommt die Polizei und die nimmt einem das Zeug mit Gewalt ab, steckt einem mit Gewalt in einen Polizeiwagen, hält einem anschliessend mit Gewalt auf dem Polizeiposten fest und zwingt einem mit Gewalt, eine ordentliche Busse zu bezahlen.

Warum das Ganze?
Viele werden jetzt denken, die Staatsgewalt sei vielleicht nicht besonders toll aber notwendig, weil jemand für Recht und Ordnung sorgen müsse, sonst würde unsere Gesellschaft zusammenbrechen. Das denken wir auch. Unsere Gesellschaft würde ohne massive Polizeipräsenz und vollgestopfte Gefängnisse tatsächlich zusammenbrechen. Denn in unserer Gesellschaft kracht es an allen Ecken und Enden. Das kommt daher, dass unsere Gesellschaft auf Widersprüchen aufgebaut ist. Nicht nur auf kleinen, wie sie in jeder Familie oder WG vorkommen, sondern auf grundlegenden. Die Einen besitzen alles, die Anderen beinahe nichts. Werden einerseits Menschen entlassen, steigen andererseits die Aktienkurse der Unternehmen. Die Einen hätten gerne mehr Ferien, die Anderen würden die Menschen gerne noch länger arbeiten lassen, um noch mehr Profit zu erzielen. Firmen treiben sich gegenseitig in den Ruin und Menschen, die an sich nichts gegeneinander hätten, müssen gegeneinander um Arbeitsplätze und Beförderungen konkurrieren.
In einer Gesellschaft die auf Konkurrenz und massiver sozialer Ungerechtigkeit aufgebaut ist, ist es kein Wunder, dass ein riesiger Gewaltapparat notwendig ist, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Wenn es Menschen gibt, die einfach nie ein anständiges Einkommen haben, ist es klar, dass die sich andere Mittel suchen werden um über die Runden zu kommen. Wenn man die Leute ständig gegeneinander aufhetzt und sie in der Konkurrenz gegeneinander ausspielt, ist es kein Wunder, dass dauernd jemand ausrastet. Wenn die Einen in Villen leben und die Anderen die Miete nicht mehr bezahlen können, dann brechen die Einen halt bei den Anderen ein, um einigermassen leben zu können. Und wenn man eine Wirtschaftsweise hat, in der es nur aufs Profitmachen ankommt, dann wird der Profit eben auch mit allen Mitteln gemacht, ob mit Menschenschmuggel, Drogenverkäufen oder Prostitution.
Solange unsere Gesellschaft so aufgebaut ist, darf sich niemand wundern, wenn Gewalt und Verbrechen vorkommen. Solange Demos verboten werden und die Polizei auf Demonstranten einschlägt, solange Menschen einsperrt werden, weil sie klauen müssen, um durchs Leben kommen, solange Leute in Abschiebeknäste gesteckt und ausgeschafft werden, weil sie keine oder die falschen Papiere haben, solange werden wir auch garantiert nicht heulen, wenn die eine oder andere Flasche auf einen gepanzerten Polizisten fliegt.
Was wir wollen ist ein gutes Leben für alle. Wir wollen Perspektiven. Perspektiven, die anders aussehen als Arbeitslosigkeit oder 40-Stunden die Woche für die Bonzen zu schuften und mit 70 keine Rente mehr zu haben. Eine Gesellschaft, in der nicht nur die Wenigsten vom Reichtum profitieren, sondern alle. Schön wärs, wenn das auf friedlichem Weg zu erreichen wäre. Leider hat sich in der Geschichte jedoch immer wieder gezeigt, dass gegen Bewegungen die wirklich etwas verändern wollen, oft äusserst brutal vorgegangen wird. In der Geschichte finden sich unzählige Beispiele, wie die 80er Jugendbewegung in Zürich, gegen die die Polizei mit offener Gewalt reagierte oder der G8-Gipfel in Genua 2001, bei dem der Aktivist Carlo Giuliani erschossen wurde. Gerade kürzlich wurden in Spanien duzende Jugendliche zu über zehn Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie einer linken Jugendorganisation angehören. Darum finden wir es nicht nur berechtigt, sondern auch wichtig, sich wehren zu können. Auch wenn dafür manchmal etwas mehr nötig ist als Lichterketten.

[Quelle: indy]


Bilder: Zürich am Nachmittag

[Quelle: aufbau.org]


Presseerklärung zum 1. Mai 2008 (RA-S)

Die Ereignisse am ersten Mai in Basel, Bern, Zürich und Winterthur

In Basel demonstrierten 1500 Personen an der 1. Mai-Demonstration. Am revolutionären Block beteiligten sich gut 400 Personen. Die Parolen des Blocks lauteten: Für den Sozialismus. Gegen kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung. Diese waren durch viele mitgetragene Schilder mit zusätzlichen Parolen wie "1. Mai -- Saisonstart für KlassenkämpferInnen" etc. in der ganzen Demo sichtbar. Auf dem Marktplatz wurde vom Dach des Fingerhauses ein Transparent mit der Losung "Kapital zerschlagen -- Solidarität aufbauen" entrollt.

In Bern haben die Gewerkschaften die 1. Mai-Demonstration aufgrund des Auffahrtstages kurzerhand abgesagt. Aus diesem Grund hat sich ein gewerkschaftsunabhängiges 1. Mai Bündnis gebildet, welches zur Demo aufgerufen hat, um diesem falschen Signal eine eigene Mobilisierung entgegenzusetzen. Es kamen rund 200 Personen, welche an der Demonstration teilnahmen. An der darauffolgenden Kundgebung mit der Gewerkschaft nahmen rund 500 Leute teil. Als der SP-Stadtpräsident Alexander Tschäppät seine Rede hielt wurde er ausgepfiffen, mit Wasserballonen beworfen und es formierte sich eine Minidemo weg von der Kundgebung durch die Berner Innenstadt.

In Winterthur demonstrierten 500 Personen, am revolutionären Block nahmen rund 100 Personen teil. Er hätte von den offiziellen DemonstrationsorganisatorInnen abgehängt werden wollen, da diese nicht müde werden die Gewalt-Distanzierungs-Keule zu schwingen. Diese Rechnung allerdings ging nicht auf. Der Block konnte sich wie gewohnt an der Spitze der Demo aufstellen und zusätzlich eine erste kurze Rede vom offiziellen Mikrophon halten. Die rosaroten Distanzierungen von imaginären Chaoten übertonte das Soundmobil des Blocks mit Gelächter in Endlosschlaufe. An der Demoroute entrollte das revolutionäre Bündnis ein Transparent mit der Losung "Die Grenze verläuft nicht zwischen den Völkern, sondern zwischen oben und unten".

Rund 10'000 Personen nahmen an der Demonstration am Morgen in Zürich teil. An einem antiimperialistischen Block beteiligten sich rund 2000 Menschen, davon rund 500 im revolutionären Block. Zu Beginn parodierten AktivistInnen die Bundesräte, die als Papageien die Phrasen des Kapitals nachplapperten (und dafür Prügel aus der Demo ernteten): . "Kein Hoffen auf den Staat des Kapitals", "Sozialisieren statt Privatisieren" "Bundesrat als Papagei des Kapitals" hiess es da. Musikalisch wurde der Block von den Rappern Topfchopf und Phenomden begleitet. Im Anschluss an die Demo organisierte das Bündnis "1. Mai am 1. Mai" ein Konzert mit der Punkband UK Subs. Dieses fand auf dem Kanzleiareal statt, welches hermetisch von Polizei abgeriegelt war. Vor Konzertbeginn stürmte die Polizei den Platz und kontrollierte die rund 1000 Anwesenden. Wer später das Areal betreten wollte, hatte sich einer Personenkontrolle zu unterziehen. Mit einer massiven Polizeipräsenz waren auch die rund 2000 Personen auf dem Helvetiaplatz konfrontiert, die ebenfalls die Konzerte hören wollten, aber nicht auf das Areal gelassen wurden. Während des ganzen Nachmittags provozierte die Polizei massiv. Diese Provokationen stehen zweifelsohne im Zusammenhang mit einer weiteren Übung für die Euro 08. So wurde die präventiv errichtete Haftstrasse begutachtenden Kadern vorgeführt. Zudem machten Zivilpolizisten als Greiftrupps die Strassen unsicher. Dass sich die Beteiligten lange nicht provozierten liessen und die Situation erst am späten Nachmittag eskalierte, ist durchaus erstaunlich. Als Antwort auf diese massive Polizeiprovokation färbten mehrere Dutzend Personen am späteren Nacmittag das Rathaus ein. Ab 19 Uhr findet in der Kanzleiturnhalle ein Polit- und Kulturprogramm mit anschliessender Party statt. Kurz nach Beginn des Politprogrammes umstellte die Polizei völlig grundlose erneut mit einem Grossaufgebot das Kanzleiareal und die umliegenden Strassen. Nach rund einer Stunde wurde diese erneute Provokation ebenso unvermittelt wieder abgebrochen. Wir halten fest, dass der Versuch die revolutionären Kräfte durch Rückzug vom 1. Mai-Fest zu isolieren und der Polizei auszuliefern, nicht aufgegangen ist. Ein gut besuchtes Konzert belegt im Gegenteil, dass der 1. Mai auch in Zukunft am 1. Mai stattfinden wird.

Revolutionärer Aufbau Schweiz

Erklärung zur Antirepressions-Demo vom 3. Mai 2008 (RA-S)

Das Bündnis „1. Mai am 1. Mai“ veranstaltete am Nachmittag auf dem Kanzleiareal in Zürich ein Polit- und Kulturprogramm, das von 13.00 bis in die Nacht hinein dauerte. Dieses wurde mit einem riesigen Polizeiaufgebot um und auf dem Platz massiv behindert. Den ganzen Nachmittag provozierten die Polizeikräfte die bis zu 3000 Anwesenden. Es kam, wie es kommen: Am späteren Nachmittag explodierte die Lage.

An der Dienerstrasse lief ein BMW-Fahrer Amok und raste in die demonstrierende Menschenmenge. Zwei Personen wurden verletzt, eine davon so schwer, dass er bis heute auf der Intensivstation liegt. Die dem Dienst Schutz und Rettung unterstellte Sanität brauchte mehr als eine halbe Stunde, um den Schwerverletzten zu bergen. Es ist eine Lüge der Polizei, die Rettungskräfte seien durch die DemonstrantInnen behindert worden. Das Gegenteil ist der Fall: Der Schwerverletzte wurde zuerst durch die Sanität des Revolutionären Bündnisses betreut.

Das sind die Gründe, weshalb das Revolutionäre Bündnis für den heutigen Nachmittag zu einer Antirepressions-Demonstration vom Helvetiaplatz zum Tatort an der Dienerstrasse aufgerufen hat.

Auch diese Demonstration wurde von einem ähnlich grossen Aufgebot umzingelt und eingekesselt. Im Kessel wurden die für die Dienerstrasse vorgesehenen Reden vor einem breiten Publikum, das sich inzwischen eingefunden hatte, verlesen und kämpferische Parolen gerufen. Nach ca. einer Stunde wurden die Eingekesselten abtransportiert.

Dem Repressionsapparart unter sozialdemokratischer Führung ist es zwar gelungen, die Demonstration zu verhindern. Das ändert nichts daran, dass der Funken der Solidarität auf den Platz übergesprungen und das Ziel der Demonstration, die politischen Inhalte auf die Strasse zu tragen, erreicht worden ist.

Revolutionärer Aufbau Schweiz

[Quelle: indy]

[Quelle: indy]


Heraus zum 1. Mai in Basel

Wo die Banken kriseln...
Bis zu tausend Milliarden reichen die Schätzungen der Verluste, die die Spekulation mit Immobilien auf den Finanzmärkten angerichtet haben soll. Die Lage ist unkomfortabel, das haben auch die Regierungen kapiert. Millionen Haushalte können ihre Hypotheken nicht mehr bezahlen, deswegen springen die Regierungen ein. Hunderte von Milliarden Dollar werden den Banken zur Verfügung gestellt – frei nach dem Motto: Die Gewinne garnieren Einzelne, die Verluste trägt die Gemeinschaft. Die Lohnabhängigen, die ihre Häuser verloren haben, bezahlen die Verluste mit ihren Steuerabgaben.

Wo gehungert und gekriegt wird...
Unter dem neutralen Deckmantel der Globalisierung werden imperialistische Kriege geführt, im Irak, Afghanistan, der Türkei oder im Kosovo, der quasi ein Protektorat der EU ist. Unter Anleitung der EU privatisiert ehemaliges UCK-Führungspersonal unter den Bedingungen eines Wild-West-Kapitalismus. Im Irak passiert dasselbe unter US-Führung. Ohne Vernunft und Plan gebärdet sich der Kapitalismus aber auch sonst. Jüngstes Beispiel ist die Hungerkrise, auf die in Ägypten, Haiti oder Marokko mit Revolten geantwortet wird. Das vom Kapitalismus angerichtete Chaos hat die steigenden Lebensmittelpreise zu verantworten - paradoxerweise in einer Zeit, in der es genug Lebensmittel auf der Welt gäbe, um alle Menschen zu ernähren!

Wo Rassismus zum Instrument der sozialen Verschärfung wird...
Alle etablierten Parteien werden nicht müde, billige Propaganda gegen AusländerInnen und Flüchtlinge zu betreiben. Fluchtgründe interessieren die ScharfmacherInnen nicht, wenn sie das Asyl- und Ausländergesetz verschärfen. Dass Häftlinge im Basler Ausschaffungsknast Bässlerguet aus Protest Zellen anzünden, interessiert sie auch nicht. Rechtes Gedankengut stützt die herrschenden Verhältnisse, weil es soziale Widersprüche als Probleme der Herkunft oder der Ethnie bezeichnet und somit zukleistert.

... Da gibt es Widerstand: am 1. Mai, am Streik und an der Demo!
Der Chef vom Baumeisterverband kann so lange poltern, wie er will. Esther Maurer von der Zürcher Polizei auch. Der 1. Mai ist ein internationaler Kampftag und wer ihn abschaffen will, sollte sich warm anziehen. Der 1. Mai ist der Tag, der von ArbeiterInnen erkämpft worden ist und heute von aktuellen Kämpfen lebt. Auf dem Bau streikten die Bauarbeiter während Monaten für einen guten LMV. Bei der SBB Cargo haben die ArbeiterInnen gezeigt, was sie können und gleich die Werkstatt besetzt. In den USA nutzen Hafenarbeiter den 1. Mai für einen politischen Streik gegen den Krieg im Irak. Sie und wir alle stützen uns dabei auf eine Idee, die nichts mit der bürgerlichen Gesellschaft zu tun hat. Am 1. Mai fragen wir nach dem Neuen, nach dem Leben ohne Klassengesellschaft, Krieg und Hunger.

Für den Sozialismus!
Gegen kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung!

Klasse gegen Klasse – Kampf der Lohnabhängigen weltweit gegen den Kapitalismus!

Revolutionärer Block : 9.30 Uhr, Messeplatz Basel
Nachmittag: ab 12.30 Uhr, revolutionärer Treff auf dem Kanzleiareal in Zürich (vis a vis Helvetiaplatz)

Revolutionäres 1. Mai Bündnis: ALS, Bewegung für den Sozialismus, Liste 13, MKP, MLKP, Revolutionärer Aufbau Basel, RJKB, TKIP, Einzelpersonen