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"Communiqué zur Gegenveranstaltung zum Jubiläumsanlass 200 Jahre Offiziersgesellschaft Winterthur und Umgebung

Heute, Mittwoch 31. Mai 2006, findet das Jubiläum zum 200-jährigen Bestehen der Offiziersgesellschaft Winterthur statt. Die OGW ist ein Verein, der versucht, „etwas zu unternehmen gegen die fatale Tatsache, dass es der Welt nicht an Ideen schlechthin, sondern an realisierten Ideen mangelt". Die Mitglieder „bekennen sich ganz besonders zur Schweizerarmee und namentlich zur Milizarmee". Die Vereinstätigkeit besteht unter anderem aus „Kriegsspielübungen mit speziellen Karten" oder dem einfachen „pflegen der Kameradschaft" am Stammtisch. In den vergangenen Jahrzehnten nahm die OGW immer mehr an der politischen Debatte teil. So wehrten sich die Mitglieder gegen die GSoA- Initiativen „zur Abschaffung der Schweizer Armee", „Anti-F/A-18" und gegen das „Begehren 40 Waffenplätze sind genug". Auch die innere Sicherheit ist ein Kernthema für die OGW, sie ist das Gebiet, welches die Offiziere des Militärs mehr und mehr mitbestimmen. Und dies geschieht hier im schwer einsehbaren und geschlossenen Kreis, eine informelle Vernetzung von Eliten aus Militär und Politik.
Der konservative Charakter dieses elitären Vereins wird durch die Tatsache unterstrichen, dass „der Gerichtssaal des Schlosses Kyburg während Jahrzehnten die Generalversammlung der Offiziersgesellschaft beherbergte" und seit den neunziger Jahren „findet dieser jeweils von einem Referat eines prominenten Vertreters aus Armee oder Politik umrahmte Anlass in der neu eröffneten Heubühne des Schlosses statt". Dass die OGW im krassen Widerspruch zu allen fortschrittlichen und emanzipatorischen Bestrebungen steht, braucht nicht weiter ausgeführt zu werden.

Unsere Kritik beschränkt sich nicht auf die OGW. Wir lehnen den bürgerlichen Staat ab, denn seine zentrale Aufgabe besteht darin, einerseits das Eigentum an Produktionsmitteln zu schützen, andererseits optimale Bedingungen für dessen Entfaltung zu schaffen. Der bürgerliche Staat hat das Gewaltmonopol, welches neben der Polizei durch die Armee durchgesetzt werden kann. Erwähnt seien hier die Armeeeinsätze zur Wahrung der inneren Sicherheit, wie sie jüngst am Weltwirtschaftsforum, aber auch beim Botschaftsschutz oder mit steigender Tendenz bei Demonstrationen (Armeehelikopter am antifaschistischen Abendspaziergang) stattfanden.
Je stärker sich der bürgerliche Staat bedroht fühlt, desto mehr widmet sich die Armee dem Schutze eben dieses, hierbei sei auf den tödlichen Armeeeinsatz während des Generalstreiks im Jahre 1918 verwiesen. Wie demokratisch sich ein Staat auch gibt (der Widerspruch zwischen Demokratie und kapitalistischer Wirtschaft sei hier ausgeblendet), das wahre Gesicht eines jeden Staates zeigt sich exemplarisch in der Armee. In Kriegssituationen führt die Verweigerung eines Armeeeinsatzes zur Todesstrafe. Jede/r ist in der Schweiz gezwungen, Pflichten gegenüber dem „Vaterland" zu erfüllen.

Die Armee ist ein wichtiger Identifikationsfaktor für jeden Nationalstaat, ist doch ein Grossteil der jungen Männer gezwungen, etliche Wochen Dienst zu leisten. Den Rekruten werden uneingeschränkter Gehorsam und das Lernen, für das „Vaterland" zu töten, eingedrillt. Die antiemanzipatorische staatliche Erziehung wird in der Armee auf die Spitze getrieben. Neben den bereits aufgeführten Funktionen soll hierbei auch auf den Beitrag des Militärs zur Reproduktion der Geschlechterverhältnisse aufmerksam gemacht werden. Wir lehnen die ganze Institution Armee und in letzter Konsequenz das dem Militarismus zu Grunde liegenden Konstrukt Nation, sowie die kapitalistische Produktionsweise grundsätzlich ab.

Mit der gleichzeitig zum 200-jährigen Jubiläum der OGW stattfindenden Gegenveranstaltung im „Oberen Graben" wird versucht, eine Plattform für KriegsgegnerInnen, AntikapitalistInnen und allen anderen Menschen, die sich den beschriebenen Umständen entgegenstellen, zu bieten. Aus Selbstschutz vor staatlichen Repressalien war es uns leider nicht möglich, diese Veranstaltung so zu publizieren, dass eine breite Bevölkerungsschicht davon erfahren hätte.

Solidarität mit allen Militärdienstverweigerern!

200 Jahre OGW sind zuviel!

desertieren, sabotieren - Krieg dem Krieg!"

Quelle: indymedia.ch

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