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Aktionsaufruf

Die Anarchietage sollen nicht nur ein Informationsangebot der LAW an dich, liebe Besucherin, lieber Besucher, sondern auch ein Versuch zur Bildung einer libertären Bewegung in Winterthur sein. Was heisst das nun in der Praxis? Betrachten wir die geschichtliche Entwicklung anarchistischer Gruppierungen und Organisationen in der Deutschschweiz, sticht das Fehlen jeglicher Kontinuität ins Auge. Nicht nur gab es kaum Gruppen, die über längere Zeit existierten, sie waren auch innerhalb der linken Bewegung stets marginal geblieben und hinterliessen überdies kaum Spuren, die uns eines Besseren belehren könnten. Damit stellen sich für uns heutige Anarchistinnen und Anarchisten grosse Probleme:
  • Wie können wir eine stets unerlässliche anarchistische Tradition anknüpfen, wenn keine vorhanden ist?
  • Wie soll ein Austausch zwischen verschiedenen Generationen von libertären Aktivistinnen und Aktivisten stattfinden, wenn diese Generationen nicht mehr auffindbar sind?
  • Wie kann es uns gelingen, mit fehlenden geschichtlichen Anknüpfungspunkte Leute anzusprechen, die sich eben einem gewissen althergebrachten Prinzipien verbundenen Anarchismus verpflichtet fühlen?
Diese Fragen sollten uns neben den Erfordernissen und Zielen des alltäglichen revolutionären Kampf stets beschäftigen. Die Aktivistinnen und Aktivisten der Libertären Aktion Winterthur versuchen seit der Gründung der Gruppe 2004 diesbezügliche Arbeit zu leisten.
Wenn an keine Tradition angeknüpft werden kann, sollte sie geschaffen werden. Traditionen werden geschaffen einerseits durch den unmittelbaren revolutionären Kampf im Betrieb, in der Schule und an der Uni, durch Agitation im persönlichen Umfeld und überhaupt in der Öffentlichkeit. Die Methoden und Ziel des Kampfes sollen bei den diversen Veranstaltungen während der Anarchietage – und bei anderen Anlässe der LAW – thematisiert und diskutiert werden. Es soll aber auch eine konkrete Praxis an diese Diskussionen geknüpft werden, die als notwendiger Teil das Schaffen von Strukturen beinhaltet. Es sind dies libertäre Räume, Bibliotheken, Agitations- und Betriebsgruppen, Bündnisse, Vernetzungen mit gleich- oder ähnlich gesinnten Organisationen usw.
Aus diesem Grund richten wir uns direkt an dich. Wir wollen dich dazu aufrufen, selber aktiv zu werden, solche Strukturen zu schaffen und sich in bestehenden zu beteiligen. Die LAW selbst kann nur dank der freiwilligen, engagierten Arbeit ihrer Aktivistinnen und Aktivisten bestehen. Anlässe wie die Anarchietage, die Bibliothek, unser Archiv und weitere Angebote in der Blackbox sind nur durch dieses Engagement möglich. Doch für vieles, das wir uns vornehmen, fehlt uns die Zeit und das Geld und es mangelt uns an Personen, die sich für eine libertäre Gesellschaft nicht nur theoretisch interessieren, sondern auch aktiv darauf hin arbeiten wollen.
Es geht uns in diesem Aufruf nicht darum, ausschliesslich Werbung für die Libertäre Aktion Winterthur als einzelne Gruppe zu machen. Das anarchistische Engagement ist wichtig, egal in welchem Zusammenhang, egal in welcher Form. Denn eine neue Gesellschaft wird nicht durch nur sich selbst verpflichteten Gruppen, sondern durch die revolutionäre Bewegung der ausgebeuteten Massen, also uns Lohnabhängigen, Schülerinnen, Studenten geschaffen. Um aber eine revolutionäre Bewegung auf die Beine zu stellen, gilt es, revolutionäre Keimzellen zu schaffen. Keimzellen sind in einer Stadt, in einer Region verwurzelt. Und so sollte unser Denken immer die verpflichtende weltweite, revolutionäre Perspektive haben, unser Handeln sich aber primär am Aufbau lokaler Organisationen ausrichten. Denn die Revolution findet nicht mal so von heute auf morgen statt, sondern erfordert eine zähe, konsequente Aufbauarbeit.
Die Libertäre Aktion Winterthur bietet eine Plattform an, auf der aufbauend sowohl strukturelle wie theoretische Arbeit geleistet werden kann. Bewusst will die LAW nach vielen Seiten hin offen sein, lehnt aber jegliche Kooperation mit systemstützenden Kräften wie Parteien oder am Parlamentarismus ausgerichteten Basisorganisationen ab. Denn nur so kann verhindert werden, zum Instrument von Parteiinteressen degradiert und damit selbst zu einer Kraft zu werden, welche dem kapitalistischen System dienlich ist.
Durch die Organisation vieler Leute, vieler Generationen kann eine Tradition geschaffen werden, wo noch keine ist. Durch die Organisation von Jungen und Alten ist der vielfältige Erfahrungsaustausch gesichert. Und durch Vielfältigkeit einer Gruppe ist sie für noch Aussenstehende ansprechender. Deshalb: Unterstützt uns und die libertäre Bewegung wie immer es euch möglich ist!

Libertäre Aktion Winterthur