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Mauern durchbrechen!
Die Libertäre Aktion Winterthur zur Auslieferungshaft Erdogan E.'s.

Seit dem 21. Februar 2006 sitzt Erdogan E. in Auslieferungshaft. Das
Bundesamt für Justiz beantragt seine Auslieferung an die Türkei und unterstützt somit das Auslieferungsbegehren des türkischen Staates. Erdogan soll, so der Vorwurf der türkischen Klassenjustiz, im Alter von 15 Jahren an einer Aktion der DHKP-C (Revolutionäre Volksbefreiungs-Partei-Front) teilgenommen haben, in dessen Verlauf ein Polizist getötet wurde. Mehrere Personen sagten bei einem polizeilichen Verhör unter massiver Folter gegen Erdogan aus. Auf diesem Verhör basiert das Auslieferungsbegehren und die zustimmende Haltung des Bundesamtes für Justiz, obwohl ärztliche Zeugnisse vorliegen, welche beweisen, dass die befragten Personen während des Verhörs gefoltert und sämtliche Aussagen nachträglich zurückgenommen wurden und obwohl keine dieser für die Polizistentötung verurteilten Personen Erdogan auf einem Foto wiedererkannten.

Solidaritäts- und Kampfinitiative für Erdogan...

Erdogan kämpft nicht alleine gegen den türkischen Folterstaat, die kapitalistischen und faschistischen Zwänge und gegen die Kollaboration mit der türkischen Justiz. Eine breite Solidaritätsbewegung engagiert sich seit Monaten gegen die Auslieferung von Erdogan und die Zusammenarbeit mit Folterstaaten.
Doch Erdogan ist kein Einzelfall: Täglich werden Flüchtlinge mit folterähnlichen Methoden in Länder ausgeschafft, in welchen sie Knast, Folter und Verfolgung ausgeliefert sind. Sei es aufgrund der politischen Identität, der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion und/oder der Sexualität. Wenn wir also gegen die Auslieferung von Erdogan kämpfen, so gilt unser politischer Kampf auch der gängigen Ausschaffungspraxis, welche die menschenverachtende Asylpolitik zu Tage fördert.
Es ist uns wichtig, mit radikalen Positionen gegen diese Praxis der Nationalistinnen und Nationalisten vorzugehen, denn sie wollen mit „erfolgreichen" Ausschaffungen und Auslieferungen den Grundstein für eine isolierende und menschenverachtende Asylpolitik legen und zugleich das repressive Klima verschärfen.

...und alle Gefangenen

Oft werden wir konfrontiert mit der Forderung nach Freiheit für alle politischen Gefangenen. So auch in dieser Phase des Kampfes gegen die Asyl- und Repressionspolitik, doch dieser Kampf um Freiheit hört für uns nicht bei den politischen Gefangenen auf. Es ist bedenklich, davon auszugehen, nur Gefangene aus politischen Zusammenhängen erlebten den Knast als freiheitsberaubende und isolierende Methode mit dem alleinigen Zweck, gegen politischen Widerstand vorzugehen. Für einen Staat stellt es den einfachsten Weg dar, unliebsame Menschen wegzusperren, als die grundsätzlichen, gesellschaftlichen Probleme zu lösen. Dabei ist er doch selbst das grösste Hindernis für eine herrschaftsfreie und emanzipierte Gesellschaft. Aus anarchistischer Perspektive, wie wir sie in unserem Aktivismus verstehen, ist Freiheit in einer Welt voller Knäste nicht möglich und eine Utopie liberaler bis teilweise sozial-revolutionärer Kräfte. Wer die Freiheit verkündet, aber im gleichen Atemzug den Knast als Mittel zur politischen (Un-)Ordnung lobt, macht sich unglaubwürdig. In einer Zeit, in welcher sich die Fronten zwischen ihnen und uns permanent verhärten, ist eine solidarische Basis für den revolutionären Freiheitskampf unumgänglich. Wenn wir uns bewusst werden, dass sie mit ihrer Folter, mit ihrer Unterdrückung und mit ihrer Ausgrenzung nur unser tiefstes Verlangen nach Freiheit bestärken, werden wir diesen politischen Kampf gewinnen!

Freiheit für alle Gefangenen!
Die Freiheit lebt, wo Grenzen durchbrochen werden!
Für eine herrschaftsfreie und solidarische Gesellschaft - Für die Anarchie!

September 2006, Libertäre Aktion Winterthur