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Tradition heisst nicht die Asche bewahren - Tradition heisst die Flamme am Leben erhalten

Der 1. Mai und seine Geschichte
Die heutige Praxis des Feierns des 1. Mai lässt seine kämpferischen Ursprünge in Vergessenheit veraten: Ein Tag, der jedes Jahr aufs Neue erkämpft werden musste - gegen den Willen der Regierungen und Ausbeuter. Ein Tag an dem es zu unzähligen Demonstrationen, heftigen Streiks und blutigen Auseinandersetzungen kam. Eine der zentralen, aber umstrittenen Forderungen war die Einführung des Achtstundentags. Weder der arbeitsfreie 1. Mai noch der Achtstundentag sind heute überall verwirklicht.

Die Ursprünge des 1. Mais liegen in einem alljährlich begangenen Frühlingsfest und einer Feier zur Erinnerung an die Pariser Kommune von 1871, die jeweils im Mai stattfand. Im Jahre 1889 beschloss der Kongress zur Gründung der II. Internationalen in Paris eine internationale Kundgebung für den schon seit langer Zeit geforderten Achtstundentag. Die amerikanische Federation of Labour (AFL) hatte zuvor schon beschlossen, am 1. Mai 1890 eine Kundgebung durchzuführen, deshalb wurde dieses Datum auch für Europa gewählt. Doch schon Jahre zuvor fanden Demonstrationen an diesem Tag statt. 1886 demonstrierten in Chicago mehrere 100‘000 Menschen für den Achtstundentag. Am 3. Mai 1886 wurden in Chicago zwei Arbeiter von der Polizei getötet, worauf am 4. Mai eine Demonstration stattfand. Bei dieser Demonstration auf dem Haymarket wurde von Unbekannten eine Bombe geworfen. Sieben Polizisten wurden getötet und über 70 verletzt. Daraufhin schoss die Polizei in die Menge, tötete vier Arbeiter und verletzte viele. Nach diesen Ereignissen wurden sieben Anarchisten ohne jegliche Beweisgrundlagen verhaftet und zum Tode oder zu lebenslanger Haft verurteilt. In dieser Zeit war die Arbeiterbewegung stark im Aufwind. In England war die neue Gewerkschaftsbewegung sehr erfolgreich. Das Verbot der Sozialdemokratie in Deutschland wurde aufgehoben und jeden Tag traten mehr Menschen in Gewerkschaften und Parteien ein. In London gingen (jedoch erst am Sonntag, dem 4. Mai) 300`000 Menschen auf die Strasse, in Kopenhagen nahmen 40% der ArbeiterInnen an der Kundgebung teil und auch in anderen Ländern waren es tausende. Ganze Belegschaften nahmen an den Kundgebungen teil, weil ihre Arbeitgeber, aus Angst vor Streiks, im Wissen der Kampfbereitschaft der Arbeiter und Arbeiterinnen, die Betriebe gleich selber geschlossen hatten.

Diese erfolgreichen Kundgebungen, die den Willen und die Macht der Arbeiterklasse zeigten, stärkten das Selbstbewusstsein der ArbeiterInnen enorm. Eigentlich war nur eine einmalige Kundgebung geplant gewesen, doch der Erfolg war so überwältigend, dass der 1. Mai von da an jedes Jahr gefeiert werden sollte. Ab 1891 tauchten neue Forderungen auf: Das allgemeine Wahlrecht und ein Arbeitsgesetz wurden gefordert. Auch wurde gegen den Krieg protestiert. Die AnarchistInnen wollten den 1. Mai zum Gedenktag an die sieben unschuldig verurteilten Anarchisten von Chicago aus dem Jahre 1886 machen, zu einem Tag des Erinnerns und des Kampfes, für den Beginn eines Generalstreikes.

Mit den Jahren wurde der 1. Mai immer mehr zu einer Routineangelegenheit. Dennoch entfaltete er immer noch eine grosse Anziehungskraft. Die Menschen begingen den 1. Mai als Symbol für die Zukunft, als einen Einblick in die neue, selbstbestimmte Gesellschaft, die kommen sollte. Daher erstaunt es nicht, dass die Regierungen ihn für sich instrumentalisierten. Nachdem die Sowjetunion den 1. Mai ab 1917 feierte, ernannten die Faschisten in Deutschland, Italien und Spanien ihn zum offiziellen „Tag der nationalen Arbeit“. Danach wurde er auch von vielen anderen, demokratischen Staaten institutionalisiert. Die staatliche Anerkennung des Tages erfüllte seinen Zweck und nahm ihm seine Bedeutung und seinen kämpferischen Charakter.

An seinem 100. Jahrestag im Jahre 1990 war der 1. Mai in 107 Staaten offiziell anerkannt. Doch nur wenige zeigten Interesse daran, ihn als Kampftag zu feiern. Vor allem nicht die Sozialdemokratischen Parteien, die noch immer bestehen und heute in vielen europäischen Regierungen zu finden sind. Sie begnügen sich oft damit, mit Bratwurst und Cüpli ihre Vergangenheit zu feiern. Der 1. Mai bleibt jedoch etwas Besonderes: Ein arbeitsfreier Tag, der nicht durch das Diktat einer Religion, sondern durch den Willen und die Aktionen von unterdrückten und ausgebeuteten Menschen zustande gekommen ist. Es liegt, heute wie damals, an uns, den 1. Mai mit Forderungen zu verbinden und ihn als Kampftag zu
feiern.

Für eine herrschaftsfreie Gesellschaft! – Die Revolution beginnt in den Köpfen!
Libertäre Aktion Winterthur [www.law.ch.vu]