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Eine Veranstaltungsreihe für das Ende der Lohnarbeit

Infos zur Veranstaltungsreihe unter: http://arbeit.ag-freiburg.org/

Im folgenden stellen wir euch die Veranstaltungsreihe “Arbeit?! – Für das Ende der Lohnarbeit” vor. Libertäre Gruppen aus Baden-Württenberg, Rheinland Pfalz und dem Saarland veranstalten in den kommenden Wochen Vorträge, Workshops, Filmvorführungen und praktische Aktionen um über das allgemeine System der Lohnarbeit, spezielle Auswüchse innerhalb dessen – wie z.B. Leiharbeit, sowie Alternativen aus anarchistischer Perspektive zu informieren.

Es gibt nur wenige Begriffe die uns kontinuierlich durch unser gesamtes Leben begleiten. Liebe, Familie, Freunde sind hier sicherlich zu nennen, aber auch den Begriff der Arbeit.
Arbeit – in den verschiedensten Formen – begegnet uns von Kindesbeinen bis hin ins hohe Alter. Die Schule, die Ausbildung, das Studium soll jede_n von uns bestmöglichst auf die folgenden Jahrzehnte vorbereiten, sollen dabei helfen einen möglichst ‘angenehmen’ Beruf ausüben zu können.
Diese Zeitspanne ist im Folgenden dann geprägt von Arbeit, sowohl der Suche nach, als natürlich die Ausübung derselben.
Nur die Zeit der Rente ist frei von Arbeit. Sollte sie zumindest sein, setzt jedoch stets voraus, das ein Leben lang gut gearbeitet und verdient wurde um ein halbwegs angenehmes Leben zu führen.
Diese Form der Arbeit nennt sich Lohnarbeit, zunächst ganz einfach dem Wortlaut nach eine Tätigkeit für die der/die Ausführende einen Lohn, also Gehalt erhält.
Die Lohnarbeit ist bei weitem nicht die einzige Form in der sich Arbeit darstellt, von der Struktur her jedoch diejenige, die unser Leben am meisten beeinflusst.
Natürlich sind Hobbys in gewissem Sinne auch Arbeit. Genauso wie das unentgeltliche ‘Helfen’ bei einem Umzug oder einer Renovierung.
Jedoch stellt sich keine dieser Formen der Arbeit als so lebensimmanent, als so notwendig dar, wie die der Lohnarbeit, obwohl sie oftmals weit weniger erfüllend und befriedigend ist.
Hobbys sind frei, nach den persönlichen Wünschen und Vorlieben ausgewählt und werden – auch wenn sie manchmal mit durchaus nicht geringen körperlichen und/oder geistigen Anstrengungen verbunden sind – nicht als ‘Arbeit’ per se empfunden.
Aber Hobbys – oder anderweitige Beschäftigungen abseits der Lohnarbeit – können nicht den (vermeintlichen) Sinn derselben erfüllen: Das Verdienen von Geld. Das Absichern eines gewissen Lebensstandes. Das Ermöglichen von kleinen Wünschen oder Träumen, wie einem Urlaub, dem Wunschauto oder einem besonderen Spielzeug.

Nur Lohnarbeit vermag dies, vermeintlich, möglich zu machen. Deshalb steht auch im gesamtgesellschaftlichen Diskurs Lohnarbeit weit über „idealistischer“ Arbeit. Also Arbeit – wie bspw. ein Hobby – die nicht direkt „produktiv“ ist, die keine Produkte erzeugt, keine Dienstleistungen ermöglicht, kurz: Arbeit die niemandem einen direkten Gewinn ermöglicht.
Denn Lohnarbeit ist Arbeit die Gewinn erzeugt, Gewinne schafft. Diese Gewinne werden natürlich nicht an alle verteilt, denn sonst wäre der Gewinn für denjenigen der auf ihn pocht verschwindend gering.
Diese Konzentration von Gewinn auf wenige, wobei der Gewinn durch viele geschaffen wird ist maßgeblicher Teil der Lohnarbeit, ist maßgeblicher Teil des Systems innerhalb dessen sich Lohnarbeit darstellt: Dem Kapitalismus.
Lohnarbeit und somit auch Kapitalismus bedeutet – vereinfacht gesagt – das wenige den Vorteil aus der Arbeit von vielen erlangen. Dies ist jedoch weder der böswillige Plan einiger weniger Manager, Banker und Industriemagnaten, sondern das Wesen des System Kapitalismus.

Denn ein weiterer, wichtiger Teil des Kapitalismus und auch der Lohnarbeit ist die Konkurrenz, ist der Zwang immer weiter, immer größere Profite zu erwirtschaften um – platt gesagt – „mithalten“ zu können im täglichen Kampf zwischen Arbeitnehmer_innen, Produkten und Konzernen.
Diese Konkurrenz entspringt direkt aus dem Kapitalismus und ist für diesen auch notwendig, macht ihn – wie erwähnt für die wenigen, Profitierenden – zu einem lohnenden System, und wirkt sich natürlich auch auf die Lohnarbeit aus.
Konkurrenz wird von Seiten derer, die den Kapitalismus befürworten – weil sie durch ihn profitieren – dadurch gerechtfertigt, oder gar gelobt, da diese „den Markt belebt“, also vermeintlich die Produkte verbilligt – da mensch naturgemäß immer beim billigsten Anbieter kauft, die anderen also nachziehen müssen, wollen sie ihre Stellung behaupten – und einen „fairen Wettbewerb“ erlaubt – also theoretisch jedem ermöglicht in die Produktion oder das Anbieten eines Produktes oder Dienstleistung einzusteigen und jedem Konsumenten auch ermöglicht frei zu wählen.

Dies mag in gewisser Weise auch zutreffen, verschwiegen oder ignoriert wird dabei jedoch, das Konkurrenz auch eine mächtige Kehrseite hat, das genau diese Punkte, die als vermeintlich positiv empfunden werden, nur denen nutzen die sich innerhalb derer behaupten können (was nur wenige sind und immer weniger werden) und denen massiv schaden, die dabei untergehen. (was den Großteil der Arbeitnehmer_innen und Firmen darstellt).
Dies zeigt sich im Sektor der Firmen und Fabriken, die in immer härteren Konkurrenzkämpfen gezwungen werden ihre Profite zu erhöhen oder wenigstens konstant zu halten um bestehen zu können. Das dies immer mehr nur noch durch riesige Massen an Kapital zu ermöglichen ist (denn nur wer viel Kapital hat um es zu investieren, kann auch viel Gewinn erwirtschaften), was immer weniger Firmen aufbringen können, sich also die Landschaft der Hersteller immer weiter ausdünnt, das es immer mehr riesige Corporations und Firmenverbünde gibt, anstatt kleiner, “mittelständischer” Unternehmen oder gar Kleinbesitzern, ist offensichtlich.
Aber noch mehr bzw. dadurch bedingt trifft sich dieser – durch den Kapitalismus erzeugte Konkurrenzdruck – im Bereich der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, also der Lohnarbeit.
Denn innerhalb der Lohnarbeit ist mittlerweile der Mensch, der konkrete Arbeiter bzw. die Arbeiterin die – für die Hersteller – teuerste Komponente. Arbeitnehmer_innen müssen Essen, Wohnen, sich bekleiden, haben Interessen fernab der Arbeit die sie befriedigen wollen, müssen also dementsprechend bezahlt werden. Sie besitzen körperliche und geistige Grenzen was ihre Arbeitsleistung anbelangt, können also nicht permanent produzieren.

Deshalb steigen hier auch die Anforderungen, die von den Herstellern an die Arbeitnehmer_innen gestellt werden stetig. Es werden höhere Arbeitsleistungen für immer niedrigere Löhne verlangt, denn ein billiger Arbeiter kostet das Unternehmen weit weniger als 2 teure die die gleiche Arbeit erledigen.
Erlauben können sich die Unternehmen dies nur, durch die riesige Anzahl derer, die auf Arbeit warten; durch einen persönlich niedrigeren Lebensstandart oder pure Verzweiflung auch bereit die schlechteren Arbeitsbedingungen zu akzeptieren. Sei es in Deutschland selbst, oder als ultima ratio einfach im Ausland.
Durch diesen Umstand, die ständige Angst um die eigene Existenz, um ein Leben jenseits aller Annehmlichkeiten und Würde, werden die Menschen klein gehalten, werden schon kleinste Versuche, das alltägliche Arbeitsleben – etwa durch Gewerkschaftskämpfe um bessere Arbeitszeiten, Arbeitsbedingungen oder Bezahlung – minimal zu verbessern, bekämpft und verhindert.
Mensch muss sich vor Augen führen, das selbst diese Kämpfe von dem – was eigentlich möglich und richtig wäre – weit entfernt sind. Denn es sind nicht die schlechten Arbeitsbedingungen oder die niedrigen Löhne die die Lohnarbeit unerträglich machen, es ist die Lohnarbeit selbst.

Allein der Fakt, das die Arbeit nicht mehr dazu dient dem Menschen ein angenehmes Leben zu ermöglichen mit all seinen Produkten und Dienstleistungen, sondern nur noch dazu Profit zu erwirtschaften, das Arbeit nicht mehr dazu dient Bedürfnisse des Menschen zu befriedigen, sondern das der Mensch die Bedürfnisse der Arbeit befriedigt, nämlich eine stetige Maximierung des Gewinns.
Das ist das Wesen der Lohnarbeit und das Wesen des Kapitalismus. Dies ist wichtig, denn solange dies noch im Gesamten besteht, ist jeder noch so gute Tarifabschluss, jede noch so scheinbar gute Verbesserung der Arbeitsbedingungen nur ein Tropfen auf den heißen Stein, ein Brotkrumen der den Menschen für eine gewisse Zeit still halten soll, ein rein persönlicher Erfolg der einem selbst für einen Moment hilft, aber nicht allen anderen.

Dies alles zeigt, das es nicht Ziel sein kann alle paar Jahre erneut beim Arbeitgeber um ein paar Krumen des großes Kuchens zu betteln, und dabei zu hoffen das dieser noch groß genug ist um überhaupt etwas davon ab zukriegen, sondern das mensch sich nicht nur den ganzen Kuchen, nein sogar die ganze Bäckerei nehmen sollte, um immer und zu jeder Zeit ausreichend Kuchen zu besitzen.
Das heißt ganz praktisch eine Form der Arbeit zu praktizieren und zu leben, die für den Menschen arbeitet, die alleinig dazu dient die Bedürfnisse den Menschen zu befriedigen die der Mensch persönlich besitzt und die auch nicht durch die Industrie künstlich erzeugt werden, um mehr absetzen zu können.
Das heißt ganz praktisch eine Form der Arbeit zu praktizieren in denen die Bedürfnisse des Menschen wieder im Mittelpunkt stehen sollten, wo nicht Arbeit der Mittelpunkt des Lebens ist, sondern ein Nebenprodukt, ein Mittel zum Zwecke der Bedürfnisbefriedigung, wo es nicht darum geht möglichst viel zu erwirtschaften, sondern möglichst frei zu leben.
Dies heißt ganz praktisch, eine Form der Arbeit, in der die Arbeit auf allen Schultern verteilt ist, damit die einzelne Schulter nicht so schwer zu tragen hat, also wenn alle arbeiten, der einzelne erheblich weniger zu leisten hat.
Und es heißt ganz praktisch, eine Form der Arbeit, in der die Arbeiter_innen und Angestellten selbst entscheiden wie sie ihre Arbeit verrichten möchten, da nur sie selbst am Besten entscheiden können, was für sie selbst das Beste ist, sie selbst am Besten ihr Produkt, ihre Dienstleistung kennen und die Herstellung beherrschen.
Also kurz gesagt: eine solidarische, selbstbestimmte Form der Arbeit, jenseits vom Druck des hohen Profits, Arbeitshetze und autortären Chefs.

Das mag alles ziemlich utopisch klingen, aber eine Umwälzung der bisherigen Verhältnisse ist auch nichts weniger als das.
Auch sind dies alles keine leeren Worte, sondern Überzeugungen die sowohl schon theoretisch durchdacht, als auch schon praktisch ausprobiert und genutzt wurden.

Wenn du Interesse haben solltest mehr über Themen wie Lohnarbeit oder Kapitalismus zu erfahren, Tipps oder Hilfestellungen benötigst was du konkret gegen schlechten Bedingungen an deinem Arbeitsplatz und auch weltweit tun kannst oder einfach nur Kontakt zu Gruppen und Menschen suchst, die sich nicht mit fadenscheinigen Tarifabschlüssen und Beschwichtigungen zufriedengeben, dann wende dich uns.

[Quelle: http://antinationale.org/?p=936#more-936]


Die Veranstaltungsreihe “Arbeit?!” wird von libertären Gruppen im Südwesten organisiert:

Freiburg:
Anarchistische Gruppe [:ag] Freiburg
www.ag-freiburg.org

Karlsruhe:
Libertäre Gruppe Karlsruhe
www.lka.tumblr.com

Offenburg:
Anarchistische Gruppe Ortenau
www.ago.blogsport.de

Stuttgart:
FAU Stuttgart
www.faustuttgart.blogsport.de

Ludwigsburg:
Libertäres Bündnis Ludwigsburg
www.lbquadrat.de.vu

Saarbrücken:
Antinationale Offensive Saar & FAU Saarbrücken
www.antinationale.org
www.fau.org/ortsgruppen/saarbruecken