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Wagenplatz Chatzevilla in Elgg b. Winti von Räumung bedroht. Kommt und unterstützt die BesetzerInnen des seit 9 Monaten besetzten Platzes.
Das seit Freitag andauernde Anti-Repressions-Camp auf dem Wagenplatz in Elgg bei Winterthur geht in die zweite Runde. Der ursprüngliche Termin war Freitag, der 15. Mai, Bis jetzt wurden wir jedoch nicht geräumt. Am Samstag bekamen wir Besuch vom Gemeindepräsidenten Christoph Ziegler, Parteilmitglied bei der soso (Sozial offen sachlich orientiert) Elgg, einer Vertretung der Grundstückbesitzerin Terresta AG und ein Kapo-Bulle. Sie brachten neben einem Schreiben auch einen Wutanfall seitens des Gemeindepräsidenten und des Beamten. Das Schreiben war die Verfügung einer Ersatzvornahme, was bedeutet, dass sie unsere Wagen auf Kosten (wahrscheinlich vorübergehend) der Terresta AG auf den genauso vorübergehenden Platz für Fahrende abstellen werden. Worauf Mensch eine Bewilligung für höchstens drei Wochen kriegt.
Wir wollen aber bleiben, wo wir sind. Mit einer Räumung müssen wir im Moment jederzeit rechnen, deshalb kommt und helft uns zu bleiben und zu zeigen, dass wir uns unsere Wohn- und Freiräume nicht so einfach wegnehmen lassen! Für unser Leben brauchen es nirgendwo ein Gesetz!
Der Wagenplatz ist oberhalb des Sonnenhügels von Neu(reich)elgg, der Weg ist vom ersten Kreisel an mit Ballonen gekennzeichnet. Wer Fragen betreffend der Räumungssituation hat, kann Christoph „die Wutader“ Ziegler zu jeder Tag- und Nachtzeit anrufen unter 052 364 22 94.
Wir grüssen solidarisch alle von der Räumung bedrohten Projekte wie z.B. Das Trip-Huus in Biel.
Kollektiv Chatzevilla.




Der unten stehende Text wurde diversen (bürgerlichen) Medien zugeschickt.

Elgger Wagenplatz droht endgültig die Räumung


Elgg, 17.5.2009: Der Wagenplatz „Katzenvilla“ ist akut räumungsbedroht. Die Elgger Behörden hat der Besitzerin Terresta AG vorgelegt, wie die Gemeinde innerhalb des nächsten Monats den Platz räumen und rückbauen wird. Die Bewohner wehren sich standhaft gegen die Entscheide, die über ihren Kopf hinweg gefällt werden.

Seit zehn Monaten existiert ein Wagenplatz bei der Katzenvilla in Elgg. Nachdem der Kanton die Wagen und die Zelte als illegale Bauten in Landwirtschaftszone gewertet hat, bereitet die Gemeinde Elgg nun die Räumung vor. Am Wochenende hat der Gemeindepräsident Christoph Ziegler den BewohnerInnen einen Brief übergeben, in dem er einen Fahrplan für den Abbruch und die Vertreibung der Wagenplätzler aus der Gemeinde aufgelistet hat. Die BewohnerInnen befinden sich nun in einer Notsituation. An jedem anderen Ort besteht die gleiche Problematik, dass wieder dieselben Kritikpunkte gegen ihre Lebensweise aufgeführt werden und sie nach einigen Monaten den Wohnort verlassen müssten. Während der letzten Monaten erfuhren die BewohnerInnen weder Verständnis noch Hilfe von den Elgger Behörden, sondern sie wurden nur als baurechtliches Objekt behandelt. Deswegen werden die Wagenplatz-BewohnerInnen nur freiwillig gehen, wenn ein bewohnbarer, langfristiger Alternativplatz gefunden wird.
In dieser prekären Situation droht ihnen nun: das Abschleppen ihrer Wagen, die Zerstörung des Küchenzeltes und des Gartens, die Verhaftung und Bussen, und nach drei Wochen mit der Verschrottung ihrer Wagen und damit die Zerstörung des letzten Stückes ihrer Existenz.

Unser Leben auf dem Wagenplatz

Das stationäre Leben im Bauwagen ist eine Wohnform, die in der Schweiz nicht weit verbreitet ist. Für uns ist es aber die Form von Leben, die uns zusagt. Wir leben nahe zusammen, trotzdem hat jede/r seine vier Wände, um sich zurückzuziehen. Auch haben wir die Möglichkeit, sie nach unseren individuellen Bedürfnissen zu gestalten, was in einer Mietwohnung nicht möglich ist. Vor unseren Wagen ist direkt die Natur: die verschiedenen Jahreszeiten und das Wetter spürt man viel intensiver als in einem Haus. Die Wagen sind unsere Zimmer, der Platz unser „Haus“. Das Küchenzelt gibt uns die Möglichkeit, zusammen zu kochen, zu essen und gemeinsam zu verweilen. Wir möchten bewusst sparsam mit den Ressourcen umzugehen, die uns die Natur bietet. Strom haben wir von unseren Solarzellen, im Gemüsegarten versuchen wir uns soweit möglich mit biologischem Gemüse selbst zu versorgen. Es ist ein bescheidenes, aber glückliches Leben.

Eine nicht bewilligungsfähige Lebensform
Seit zehn Monaten versuchen wir einen Weg für die Legalisierung unserer Wohnform auf dem Gelände der Katzenvilla zu erreichen. Doch die Behörden haben uns nicht als Diskussionspartner, sondern nur als juristisches Objekt behandelt. Für die Behörden liegt es einzig und alleine an uns, einen Ort zu finden, wo wir leben können. Uns können wir keinen finden, läge es nur an unserer Unfähigkeit zur Anpassung oder daran, dass unsere Vorstellung von Leben einfach nur absurd sei. Wir erwarten nicht, dass Herr Ziegler dieselbe Lebensweise anstrebt, aber wie wir ihn in seinem Einfamilienhaus respektieren, fordern wir einen Platz zum Umsetzen von unserer Vorstellung von Leben und Arbeit. Es mag sein, dass es den Behörden in keiner Weise uns hier um die Katzenvilla zu respektieren, doch erheben wir Anspruch auf unser Existenzrecht. Ob von den Behörden gewollt oder nicht, wir existieren. Und wir fordern einen Platz zum Leben und um unsere Selbständigkeit zu erhalten. Wir sind bereit, auf einen für uns bewohnbaren Alternativplatz in der Gemeinde Elgg umzuziehen. Wir fordern von den politischen Vertretern, sich ernsthaft mit uns auseinander zu setzen. Denn Fakt ist: Ohne Alternative gehen wir hier nicht weg.


Chronologie der Ereignisse

Ende August 08: Das Gelände um die Katzenvilla in Elgg wird von sieben Erwachsenen und Unterstützern besetzt. Sie stellen ein Küchenzelt auf, welches den Mittelpunkt des Wagenplatzes darstellt.

Nach ca. 1 Woche: Der Geschäftsleiter der Terresta Immobilien AG nimmt einen Augenschein.

Anfang September: Gemeindepräsident Christoph Ziegler und Bauvorsteher Robert Bustini teilen den BewohnerInnen mit, dass Wagen und Zelte eine Baubewilligung benötigen, welche pro Objekt 1500 Franken kosten würde.

Die BewohnerInnen sind auf die Gemeinde, um die nötigen Informationen für die Baubewilligung zu holen. Dort erfahren sie, dass eine Baubewilligung die Unterschrift des Besitzers benötigt (welche Herr Steffanini verweigert). Zudem werden sie darauf hingewiesen, dass eine Baubewilligung in der Landwirtschaftszone beim Kanton eingeholt werden müsse.

Im selben Zeitraum werden die BewohnerInnen von der Einwohnerkontrolle aufgefordert, sich in der Gemeinde Elgg anzumelden. Als sie im Gemeindehaus erscheinen, wird ihnen mitgeteilt, eine Anmeldung ohne Mietvertrag sei nicht möglich und falls vorhanden, der Mietvertrag nicht anerkannt werden könnte, da die Katzenvilla weder an Strom noch Wasser angeschlossen ist.

Daraufhin verfassen die BewohnerInnen einen ersten Brief an den Elgger Gemeinderat. Darin
stellen sie sich und ihre Lebensform vor und laden den Gemeinderat zu einem Gespräch ein.

18. September: Die BewohnerInnen erhalten die erste Räumungsandrohung von der Terresta AG, welche auf Druck der Gemeinde entstanden ist. Das Schreiben enthält die Begründung, die Elgger Behörden Menschen wie die BewohnerInnen des Wagenplatzes nicht haben möchten.

Die BewohnerInnen reagieren mit einem Brief an den Gemeinderat. Die Gemeinde stimmt einem Gespräch zu.

30. September: Da ein Wagenplatz ein Novum für die Gemeinde ist, sollen die BewohnerInnen Beispiele aus anderen Gemeinde und Kantonen für die Gemeinderatssitzung am 4. November zusammentragen. Den BewohnerInnen werden weitere Gespräche auf dieser Grundlage zugesichert.

15. Oktober: Der Räumungstermin verstreicht.

4. November: Der Gemeinderat Elgg entscheidet sich, beim Kanton eine Anfrage bezüglich des weiteren Vorgehens zu machen.

Der Kanton meldet zurück, dass der ursprüngliche Zustand des Geländes wiederherzustellen sei.

Die BewohnerInnen erfahren von diesem Schritt durch die Zeitungen. Auch hat sich der Kanton weder schriftlich noch mündlich bei den BewohnerInnen über deren Situation erkundigt. Die BewohnerInnenInnen hören nichts mehr von Gemeinde oder Besitzer, nachdem sie am 28. Oktober die geforderten Unterlagen eingereicht hatten.

14. Januar 09: Die BewohnerInnen erhalten eine Aufforderung von Terresat AG, den Platz zu verlassen. In dem Schreiben wird zum ersten Mal erwähnt, das die Gemeinde den Besitzer den Rückbau auf Kosten des Besitzers in die Wege leitet, wenn die BewohnerInnen den Platz nicht bis zum 6. Februar verlassen.

Die BewohnerInnen reagieren wieder mit Briefen an den Gemeinderat Elgg und den kantonalen Bauvorsteher Markus Kägi. Antworten bleiben weiterhin aus.

6. Februar: Die Frist verstreicht.

24. März: Die Terresta AG erhält von der Gemeinde einen Brief, in dem der Immobilienfirma vorgeworfen wird, dass sie keine Baubewilligungen eingeholt hat. Sie wird aufgefordert, den Wagenplatz bis spätestens 15. Mai zu räumen. Bei Nichteinhalten werde eine sogenannte Ersatzvornahme eingeleitet, was bedeutet, dass die Gemeinde auf Kosten des Besitzers die Bauten abreisst. Zudem werde die Besitzerin verzeigt.

14. April: Ein engagierter Bürger schafft es, den Gemeinderat zu einem Gespräch mit den WagenplatzbewohnerInnen zu bewegen. Es erscheinen Gemeindepräsident Christoph Ziegler und Robert Bustini. Doch auch dieses Gespräch wird von den Behördenvertretern nur genutzt, um den BewohnerInnen zu sagen, dass ihre Lebensform nicht bewilligungsfähig sei und sie verschwinden sollen.

22. April: Am Rande der Medieninformation zur Einzelinitiative für „Nutzung von leerstehenden Häusern“, die nur indirekt mit der Katzenvilla-Problematik zu tun hat, sagte ein Gemeindevertreter den BewohnerInnen, sie sollen doch auswandern – am Besten nach Costa Rica.

16. Mai: Die BewohnerInnen erhalten eine Kopie der „Ersatzvornahme“, in der die Gemeinde der Besitzerin Terresta AG erläutert, wie der Rückbau durch die Gemeinde ausgeführt werden wird.

Die BewohnnerInnen wurden im ganzen Prozess um die Ersatzvornahme aussen vor gelassen, darum treten sie auf die angedrohten Massnahmen nicht ein und werden den Platz nicht freiwillig verlassen, solange die Gemeinde keine Verhandlungen über einen langfristig bewohnbaren Alternativplatz aufnimmt.

Am 24.06.09 um 6:30 uhr wurde der wagenplatz in elgg mit lastkran, tieflader, stapler, kettensägen und greifbagger geräumt
Christoph Ziegler, gemeindepräsident, und Robert Bustini, bauvorstand, zeigten sich erfreut über die reibungslose abwicklung der räumung. Doch wird es dabei bleiben?
Wir, die bewohnerinnen, müssen dies entschieden verneinen. denn nach der räumung wurden wir auf den Fahrendenplatz abgeschoben und uns die definitive verschrottung unserer wagen angedroht, sollten wir nicht innert drei wochen verschwunden sein.

röbi bustini scheint auch erkannt zuhaben. dass die behörden sich des "problemes" nicht entledigt haben, sondern es nur vergössert wurde. denn noch abend nach der räumung erschien er auf dem fahrendenplatz und schickanierte uns beim abendessen, in dem er fotographierte und uns als kleine würmer bezeichnete. weiter führte bustini aus wir seien sowieso alle untauglich, er werde uns alle noch unterwerffen und wir würden uns am besten in luft auflösen.

doch der elgger und der kantonsregierung sei gesagt.
wir werden unser leben weiter ohne vormundschaft leben. euren art zu agieren wird euch nie eine andauernde lösung bescheren oder ihr müsstet uns töten.

KEINE MACHT FÜR NIEMAND!

[Quelle: indymedia]