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Glossar

Glossar

Anarchafeminismus

Der Begriff stellt eine Synthese zwischen Anarchismus und Feminismus her. Er stammt aus us-ameri­kanischen, radikalfeministischen Diskussionen der 1970er Jahre und stützt sich auf den kommunisti­schen Anarchismus Kropotkins. Peggy Kornegger und Carol Ehrlich haben eine Grundsatzerklärung zum Anarchafeminismus veröffentlicht, deren Thesen oft Grundlage anarchafeministischer Theoriebil­dung sind/waren. Zur Geschichte und Theorie des Anarchafeminismus hat die LAW eine Broschüre herausgegeben: Ag Anarchafeminismus der Libertären Aktion Winterthur. Anarchafeminismus. Ein Ansatz der noch ausgearbeitet werden muss. Winterthur 2008.

Anarchismus

Kommt aus dem Griechischen und bedeutet Herrschaftslosigkeit oder deutlicher: Ordnung ohne Herr­schaft. Der Anarchismus ist eine politische Ideenlehre und Philosophie, die Herrschaft von Menschen sowie jede Art von Hierarchie als Form der Unterdrückung von individueller und kollektiver Freiheit ablehnt.

Ausbeutung / Mehrwert

Der Lohn einer Arbeiterin ist faktisch das, was sie für ihren Lebensunterhalt braucht. Teilweise kann dieser auch höher sein, tendenziell findet sich jedoch immer jemand, der zu einem Lohn arbeitet, der ihm gerade so sein Leben finanziert. Die Produkte, die nun eine Arbeiterin herstellt, sind mehr Wert als ihr Lohn. Das heisst, wir können mehr produzieren, als wir verbrauchen. Dies vor allem mit zuneh­mender Technologisierung. Der Reichtum der Welt wächst also, was unschwer zu erkennen ist. Die Differenz zwischen unserem Lohn und dem Wert der Produkte, die wir monatlich herstellen ist der Mehrwert. Dieser wird von den Kapitalistinnen angeeignet und erscheint als Gewinn des Unterneh­mens und muss zum Teil wieder in Kapital reinvestiert werden. Da wir also mehr produzieren als wir in Form von Lohn zurück erhalten, werden wir ausgebeutet.

Feminismus

Feminismus bezeichnet verschiedene Konzepte, die die Rechte und Interessen von Frauen thematisie­ren und auf eine verbesserte Lage der Frau abzielen. In den 1960/70er Jahren wurde der Begriff „gen­der“ (soziales Geschlecht) zur Unterscheidung vom Begriff „sex“ (biologisches Geschlecht) einge­führt. Somit hat der Feminismus insbesondere in der Queer-Bewegung nicht mehr "die biologische Frau" zum Subjekt. Der Ausdruck „queer“ war ursprünglich ein englisches Schimpfwort zur Bezeich­nung von Homosexuellen. In den 1980/90er Jahren wurde die Bezeichnung politisch positiv besetzt. Heute versammeln sich in der Queer-Bewegung Schwule, Lesben, Bisexuelle, Intersexuelle, Transgen­der, Pansexuelle, Asexuelle und BDSM-Praktizierende, aber auch heterosexuelle Menschen. In der fe­ministischen Bewegung, vor allem in der autonomen Frauenbewegung, ist der Separatismus aber wei­terhin ein gängiges Konzept. Als separatistisch gelten geschlechterspezifische Gruppen, von denen das andere Geschlecht jeweils ausgeschlossen wird. Der Begriff Feminismus umfasst diverse Strömungen, die sich teilweise diametral entgegenstehen. So zum Beispiel auch reaktionäre und reformistische Strö­mungen, welche biologistische Sichtweisen vertreten, eine „neue Mütterlichkeit/Weiblichkeit“ propa­gieren, patriarchale Geschlechterzuschreibungen übernehemen, weibliche Spiritualität hervorheben und glauben, dass der Sexismus mit der wirtschaftlichen Gleichstellung der Geschlechter behoben sei.

Kapitalismus und Kapital

Mit Kapitalismus wird eine Witschaftsordnung bezeichnet, die auf Privateigentum an den Produkti­onsmitteln sowie der dezentralen privatunternehmerischen Planung der Wirtschaftsprozesse beruht. Der Begriff beschränkt sich aber nicht nur auf unser Wirtschaftssystem, sondern stellt ein gesellschaft­liches Verhältnis dar. Er durchdringt die ganze Gesellschaft. Charakteristisch ist, dass Arbeiterinnen von ihren Produktionsmitteln getrennt sind. Eine solche Enteignung geschah und geschieht vielfach gewalttätig. Der Kapitalismus hat Millionen von ihrem Grund und Boden enteignet und so abhängig von der Lohnarbeit gemacht. Mit dem Resultat, dass sich die Enteigneten nun anstellen und ausbeuten lassen müssen. Von früheren Systemen wie Leibeigenschaft oder Sklavenhalterinnengesellschaft un­terscheidet sich der Kapitalismus, insofern dass die Arbeiterinnen formal frei sind, also ihre Ausbeute­rin frei wählen müssen. Das Kapital ist nach Marx die Summe von Wert, die wieder in den Produkti­onsprozess zurückgeführt wird, um sie grösstmöglich zu vermehren. Im Produktionsprozess eingesetzt findet sich das Kapital in Form von Maschinen, Rohstoffen, Arbeit, oder im Finanzsektor als Finanz­kapital. Kapital wird nicht als ein Produktionsfaktor betrachtet, sondern allein die Arbeitskraft produ­ziert Wert.

Kapitalistinnenklasse

Dazu gehören all jene, die von fremder Arbeit leben können. Ihnen gehören die Unternehmen und Pro­duktionsmittel. Mit den ganzen Produktivkräften in der Hand besitzen sie einen Grossteil der gesell­schaftlichen Macht. Sie verwalten den produzierten Mehrwert, schlussendlich den Profit, welcher die Arbeiterinnen erwirtschaftet haben. Kapitalistinnen konkurrenzieren sich auf dem Markt und müssen sich dort behaupten. Sie müssen ihr Kapital verwerten, ansonsten droht der Untergang. Der Marktlo­gik können auch sie sich nicht entziehen und müssen sich daher der Profitmaximierung und Rationalisie­rung unterwerfen. Diese Umstände sind also keineswegs bösen Kapitalistinnen oder habgierigen Ma­nagerinnen geschuldet. Gegenüber dem Proletariat tritt die Kapitalistinnenklasse meist geschlossen auf.

Kommunismus

Bedeutet Gemeinschaftseigentum an den Produktionsmitteln und gesellschaftliche Organisation der Produktion. Die Sowjetunion, Kuba und die weiteren „realsozialistischen“ Länder waren und sind nicht kommunistisch, sondern vielmehr staatskapitalistisch. Denn anstelle von Privaten tritt der Staat als Eigentümer und Ausbeuter auf.

Patriarchat

Patriarchat: Als Patriarchat (übersetzt: Herrschaft des Vaters) wird die Vorherrschaft der Männer in Familie, Politik und Wirtschaft bezeichnet. Die patriarchalische Gesellschaft ist dualistisch und hetero­normativ geprägt. Der Dualismus ist die Lehre der Existenz zweier gegensätzlicher Grundprinzipien. Gemeint ist hier, dass in unserer Gesellschaft nur zwei Geschlechter - männlich und weiblich - aner­kannt werden. Heteronormativität bezeichnet die hegemoniale Norm heterosexuell zu sein. Das heisst, Heterosexualität gilt als normal, richtig und natürlich. Andere sexuelle Orientierungen werden dage­gen als unnatürlich und abnormal angesehen. Heteronormativität kann somit auch mit Zwangshetereo­sexualität übersetzt werden. Der Gegenbegriff zum Patriarchat ist das Matriarchat. Der Begriff hat zwei verschiedene Definitionen: Es wird damit einerseits eine Gesellschaftsstruktur bezeichnet, in der die Frauen die Macht inne haben, und anderseits eine, welche frauenzentriert ist, das heisst, dass die Gesellschaftsordnung um die Frauen herum organisiert ist.

Produktion und Reproduktion

Produktion bezeichnet die Herstellung materieller Güter unter Einsatz von Energie, Arbeit und Pro­duktionsmittel. Die Produktionsmittel umfassen alle Rohstoffe, Arbeits- und Betriebsmittel, welche für die Güterproduktion erforderlich sind. Zum Beispiel Stahl, Maschinen, Werkzeuge, Gebäude und auch Herstellungsverfahren - also auch Dinge, die stofflich nicht direkt in die jeweiligen Endprodukte ein­gehen. Die Reproduktion wird in der marxistischen Tradition als beständige Neuschaffung der Voraus­setzungen für weitere Produktion verstanden. Dazu zählt u.a. die Reproduktion der Arbeitskraft. Die Reproduktionssphäre wird als ein von der Produktionssphäre abgesonderter sozialer Raum verstanden. Reproduktionsarbeit wird traditionell den Frauen zugeschrieben und beinhaltet insbesondere die Wie­derherstellung und Aufrechterhaltung der Arbeitskraft – Kinderbetreuung, und -erziehung und Hausar­beit.

Proletariat und Arbeiterinnenklasse

Das Proletariat bezeichnet alle Menschen, die über keine Produktionmittel verfügen. Also nicht genü­gend Kapital in Form von Aktien, einem Unternehmen oder Geld haben, um davon zu leben. Arbeite­rinnen sind von ihrem Lohn abhängig, sehen sich also gezwungen eine Stelle anzunehmen und ihre Arbeitskraft auf dem Markt zu verkaufen. Sie sind im doppelten Sinne frei: Frei von Produktionsmittel und frei zu wählen, mit wem sie einen Arbeitsvertrag eingehen wollen. Das heisst, sie können wählen von wem sie sich ausbeuten lassen. Dann endet diese Freiheit auch schon, denn bei der Arbeit ist we­der zu entscheiden was herzustellen ist, noch wie viel, noch unter welchen Bedingungen. Fazit: Arbeit­gebende und Arbeitnehmende sind zwar rechtlich gleich, verfügen aber über ganz andere Ausgangsla­gen. In Wirklichkeit sind die Arbeitnehmenden jene, die Arbeit geben, und die Arbeitgebenden jene, die Arbeit nehmen, indem sie sich den produzierten Reichtum aneignen. In einem Streik beispielswei­se zeigt sich, dass die Arbeiterinnenklasse die ganze Wirtschaft am Laufen hält und somit auch das Potential besitzt, diese zu ändern und auf gesellschaftlicher Basis im Interesse aller neu aufzubauen.

Revolution

Ist eine tiefgreifende Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Eine Revolution fällt nicht vom Himmel. Sie ist als langer Prozess mit enormer Organisationsarbeit zu verstehen. Durch Räte oder ähnliche Organe der Arbeiterinnen wird die Wirtschaft nach den Bedürfnissen der Menschen - statt dem Profit - gesellschaftlich organisiert. Die globale Gesellschaft wird sich vereinigen und unter basis­demokratisch und föderalistisch Grundsätzen neu gestalten.