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Bündnispolitik

Bündnispolitik

Die LAW strebt eine schlagkräftige, organisierte und international gut vernetzte anarchistische Bewe­gung an. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine kluge Bündnispolitik von zentraler Bedeutung. Die Ge­schichte des Anarchismus hat zudem gezeigt, wie wichtig es ist, vorausblickend mit anderen Organisa­tionen zu kooperieren. Allzu oft wurden Anarchistinnen Opfer ihrer autoritären Bündnispartnerinnen, als es diesen gelang, zentrale Positionen im Staat zu erlangen. Erinnert sei an die Russische Revolution, die Machnowschtschina in der Ukraine und der Spanische Bürgerkrieg, als anarchistische Aktivistinnen von ihren vormaligen, bolschewistischen Verbündeten zu Zehntausenden verhaftet, gefoltert und getötet wurden. Schliesslich versprechen wir uns von der Zusammenarbeit nicht nur einen organisatorischen Vorteil, sondern auch wichtige Inputs für die Weiterentwicklung unseres anarchistischen Programms, einen besseren Informationsaustausch und die Ermöglichung überregionaler Solidarität.

Wir unterscheiden drei Arten von Zusammenarbeit: Informeller Austausch, Vernetzung und Bündnis.

Informeller Austausch ist die loseste Form der Zusammenarbeit. Wir verstehen darunter meist einmali­ge Treffen, an denen Mitglieder der LAW ohne imperatives Mandat teilnehmen. Sie sind ein Aus­tausch über Aktivitäten auf lokaler Ebene mit Organisationen gleich welcher Couleur, oder über theo­retische Diskussionen, die in ideologisch nahestehenden Gruppen geführt werden. In beiden Fällen er­hoffen wir uns, von den gemachten Erfahrungen und gewonnenen Erkenntnissen zu profitieren.

Vernetzungen sind für uns ein wichtiges Instrument, um einen fortlaufenden Austausch zu erreichen. Aus diesem Grund wird bei solchen Treffen insbesondere die Kommunikation zwischen den beteilig­ten Gruppen thematisiert. Sie sind ebenfalls grundsätzlich mit allen Organisationen möglich.

Bündnisse schliesslich sind die verpflichtenste Form der Zusammenarbeit. Die LAW nimmt an sol­chen mit Delegierten teil, die jedoch über kein imperatives Mandat verfügen. Werden an Bündnissit­zungen Beschlüsse gefasst, müssen diese jeweils von der Vollversammlung abgesegnet werden, bevor sie für die LAW Gültigkeit haben. Bündnisse werden für Kampagnen oder zur Ermöglichung einer en­gen Form der Zusammenarbeit geschlossen. Sie ermöglichen eine Ausweitung sozialer Kämpfe und Schaffung breiter Solidarität. Bündnisse sind grundsätzlich nur mit ideologisch nahestehenden Organi­sationen möglich, das heisst insbesondere mit anarchokommunistischen Gruppierungen. Falls die Voll­versammlung der Meinung ist, dass ein Bündnis mit einer anderen Gruppierung sinnvoll ist, kann da­bei auch eine Ausnahme gemacht werden. Allerdings sind Bündnisse, die eine Partizipation an der staatlichen Herrschaft anstreben, d.h., deren Ziel die Gründung einer Partei oder ähnliches ist, davon ausgeschlossen. Da in Bündnissen nach unserer Erfahrung weniger effizient diskutiert und agiert wird, als dies innerhalb der LAW der Fall wäre, sind die Vor- und Nachteile einer Beteiligung der LAW an einem Bündnis stets sorgfältig abzuwägen.

Wenn die ökonomischen und sozialen Verhältnisse revolutionäre gesellschaftliche Veränderungen er­möglichen, gewinnt die Bündnispolitik eine strategische Dimension. In solchen Phasen sind die oben erwähnten historischen Erfahrungen mehr den je zu berücksichtigen. Keinesfalls wollen wir dabei ei­ner autoritären Organisation die Möglichkeit geben, durch unsere Unterstützung Herrschaft zu erlan­gen und die Bevölkerung durch Zwang in eine neue Gesellschaftsform einzugliedern. Zusammen mit ideologisch nahestehenden, antiautoritären Gruppierungen soll einerseits ein Abwehrkampf gegen sol­che Organisationen geführt, anderseits durch die schnelle Realisierung unserer ökonomischen und so­zialen Forderungen unser Gesellschaftsmodell populär gemacht werden. An revolutionären Kämpfen, die nur durch „strategische Bündnisse“ mit autoritären Organisationen möglich wären, nimmt die LAW nicht teil.