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01.05.12, Rede: 1. Mai (LAW)

Folgender Text wurde in gekürzter Form am 1. Mai 2012 von der LAW als Rede gehalten:

 

Hallo Winterthur! Hallo Welt!

Wieder einmal ist der 1.Mai – wieder einmal nehmen wir uns die Strasse!

Und zwar mit gutem Grund! Warum?

Eigentlich die alte Leier!

Zweierlei ist nämlich gewiss:

Erstens: Für alles, was wir wollen, müssen wir kämpfen! In dieser Welt wird einem nichts geschenkt!

Zweitens: Es ist unsere menschliche Pflicht zu kämpfen! Oder wie könnten wir der ganzen Scheisse einfach nur zusehen?!

Der revolutionäre Kampf sollte eine Selbstverständlichkeit sein! Ist er aber nicht. Noch nicht. Noch nicht hier.

Trotzdem ist eines nur zu offensichtlich: Der Kapitalismus steckt wieder einmal in einer tiefen Krise! An einigen Orten etwas mehr als an anderen. Doch das Kapital überschreitet die Ländergrenzen mit einer solchen Leichtigkeit, dass es uns nicht erstaunt, dass auch die Politik des Kapitals eine globale ist.

UnddiesePolitikkennenwir,diewirnunmalkeineBosse,sonderngezwungenermassenLohnabhängigesind,zugenüge!

  • Den Lohnraub!

  • Die Erhöhung der Arbeitszeiten

  • Der zermürbende Leistungsdruck und Stress bei der Arbeit

  • Der Abbau einst hart erkämpfter Rechte

aber auch

  • den Rassismus, der unsere Klasse spalten soll

  • die Polizei, die mit Gewalt jegliche revolutionären Initiativen zu unterdrücken versucht.

  • Der Knast, der die unbequemen Geister der Gesellschaft wegsperrt und diszipliniert

  • oder den Krieg, in dem sich das internationale Proletariat selbst vernichten soll.

Einige denken nun vielleicht „Ja, aber wir leben doch in der Schweiz, in einer Demokratie.“

Und sie haben recht. Genau, wir leben in der Schweiz. In einer sogenannten Demokratie.

Ja, sogar in einer direkten Demokratie.

Doch seien wir ehrlich! Was haben uns heute die Demokratien noch zu bieten?

  • Wehrpflicht?

  • Lohnsklaverei?

  • die Produktewahlfreiheit?

  • das heilige Recht des Wahlfresszettels?

Klar, es gibt relative Vorteile in einer Demokratie. Sage ich hier „scheiss Blocher!“, passiert nicht viel. Sagt ein syrischer Arbeiter „scheiss Assad“, wird er morgen als Terrorist erschossen.

Das Recht der freien Meinungsäusserung, die Pressefreiheit, das Recht auf politische Vereinigung, das Demonstrationsrecht usw.

All diese Rechte gewährt uns der kapitalistisch-demokratische Staat. Aber auch nur, um seine Herrschaft über uns zu legitimieren. Und natürlich auch, weil er aktuell nicht wirklich Schiss haben muss.

Wir befinden uns hier nicht in einer revolutionären, nicht einmal in einer rebellischen Phase. Die Bürger sind ruhig, weil Ruhe die erste Bürgerpflicht ist. Und wir Lohnabhängigen fressen noch, was uns vorgesetzt wird.

Doch wenn sich die kapitalistische Herrschaft einmal bedroht fühlt, darf es uns nicht erstaunen, wie schnell eine Demo zum verbrecherischen „Landfriedensbruch“, oder ein politisches Kollektiv zur „terroristischen Vereinigung“ gemacht wird. Also diese Rechte abgebaut werden. Neu ist diese Taktik nicht.

Ohnehin schaut es in der Schweiz unterdessen wieder recht gruslig aus: Nationale Töne aus allen Ecken, Volkstümmelei, Konservative Wiederentdeckung vermeintlicher Traditionen, Bürgerprotest gegen Flüchtlinge, Ausländerhetze von rechts bis links. Es braucht den Sündenbock! Griechen, Tunesier, Albaner, Deutsche...

Und das Üble daran ist. Der Nationalismus und Rassismus durchzieht die Gesellschaft und ist bei einem Grossteil der SchweizerInnen verankert.

Und deshalb müssen wir uns auch fragen:

Wasdrohtunsheutedurchdiebürgerlich-kapitalistischenDemokratien?

ZurErinnerung,imdemokratischenUngarnvollziehtdasgewählteMinisterpräsidentenarschlochViktorOrbangeradeeineRechtswendeübelstenCharakters.EinFaschismus-Vergleichdrängtsichauf.EinigepopuläreCH-PolitikerInnenhabenbestimmtkeineEinwändegegendiesenOrbansondernfindenihnwohlkreativundlösungsorientiert!

Wähnen wir uns also nicht in einer erträumten Sicherheit! Verschliessen wir deshalb nicht die Augen vor dem Unrecht und der bürgerlichen Doppelmoral und Scheinheiligkeit, intervenieren wir stattdessen direkt und solidarisch! Organisieren wir uns selbst!

Solche Initiativen gibt es! Unsere Aufgabe ist es, sie überall nach unseren Kräften und Möglichkeiten zu unterstützen!

Vielerorts auf der Welt verbrüdern und verschwestern sich die Menschen, die alle so verschieden und doch so gleich sind.

Der solidarische Abwehrkampf gegen die kapitalistischen Angriffe vereint uns zu einer Gemeinschaft.

Unsere heutige Ausgangslage und unsere Sehnsucht nach dem schönen Leben stellt uns jedoch vor die Aufgabe, nicht nur Abwehrkämpfe zu führen, sondern auch stets auf das Neue hin zu steuern!

DeshalbkämpfenwirheutenichtfürdenvorherigenStatusquo,nichtfürdieregulierteMarktwirtschaft,nichtfürdenSozialstaatoderdiebürgerlicheDemokratieundihreParteien!

Weshalb sollten wir die gleiche alte Scheisse wollen, die uns das Schlamassel eingebrockt hat?!

Nein, wir wollen alles für alle und zwar umsonst und ohne Staat bitte sehr!

Vorwärts Freunde, die Zukunft gehört uns! Bildet Banden und macht den Bossen Dampf!

Es lebe der freiheitliche Kommunismus, es lebe die Anarchie!