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Tante Emma's Filmabende

Achtung: Vorläufig finden keine Tante Emma's Filmabende mehr statt!


Was ist das Sinëma Filmkollektiv?

Das Sinëma Filmkollektiv (le cinéma: Französisch für Kino) existiert seit Anfangs April 2005. Es ist Teil des Netzwerkes Libertäre Aktion Winterthur LAW. Zur Zeit besteht es aus zwei Personen, wobei das Kollektiv aber für jedeN offenstehen soll, der/die Interesse an politischen Filmen hat und sich mit den Grundsätzen der LAW einverstanden erklären kann.

Mit regelmässigen Präsentationen von Filmen abseits des "mainstreams" will es Leute aus diversen Kreisen zum aktiven Zuschauen bewegen. Aktives Zuschauen heisst nicht blosses Konsumieren, sondern Reflexion über das, was auf der Mattscheibe oder der Leinwand geschieht. Nach den Präsentationen soll deshalb durch eine Diskussion und/oder einen vertieften Einblick in den Kontext (z.B. durch einen Vortrag), in dem der Film spielt, die Thematik gedanklich weitergesponnen werden. Bei den Filmgenren soll es grundsätzlich keine Einschränkungen geben, wobei aber der Schwerpunkt auf Dokumentar- und Spielfilmen mit politischem bzw. gesellschaftskritischem Hintergrund gelegt wird. Filmvorführungen werden jeweils im Voraus auf der Seite der LAW (http://www.law.ch.vu), auf wintimedia (http://www.wintimedia.ch) und auf indymedia Schweiz (http://www.indymedia.ch) veröffentlicht.Neben der Präsentation von Filmen bemüht sich das Sinëma Filmkollektiv um den Erwerb, die Verwaltung und, wo möglich, die Verbreitung von Filmen. Dabei nutzen wir die Bestände der ebenfalls in der LAW organisierten Bleihbibliothek und die Infrastruktur von verschiedenen alternativen Räumen in der Stadt und Region Winterthur. Viele der gezeigten Filme sind deshalb auch in der Bleihbibliothek an der Albrechtstrasse 1 (BlackBox) verfügbar.

Sinëma Filmkollektiv - Libertäre Aktion Winterthur


Vergangene Filmabende

Montag, 6. April, 20 Uhr, Blackbox, Albrechtstrasse 1 (im UG), Winterthur

THE CORPORATION (CAN 2003, 144 min)

Im Film werden die Kapitalgesellschaften als reale Personen betrachtet. Die Firmen werden nach den DSM-IV-Richtlinien zum psychischen Zustand einer Person untersucht. Das Resultat: Alle Kriterien für schwerste psychische Störungen treffen auf Kapitalgesellschaften zu. Robert D. Hare, Psychologieprofessor an der University of British Columbia und FBI-Berater, schließt daraus, dass ein profitgeleiteter Konzern klinisch einem Psychopathen gleichzusetzen ist. Andere Themen sind z.B.: Smedley Butler und der 1933 versuchte Coup gegen Franklin D. Roosevelt; die Privatisierung der städtischen Wasserversorgung Boliviens durch die Bechtel Corporation im Jahr 2000 und die daraus resultierenden Proteste in Cochabamba.

Der Film enthält außerdem Interviews mit prominenten Kapitalismuskritikern wie Noam Chomsky, Naomi Klein, Michael Moore, Vandana Shiva und Howard Zinn einerseits, andererseits aber auch Meinungen von bekannten CEOs wie Ray Anderson, die Standpunkte von Peter Drucker und Milton Friedman und anderen Befürwortern der freien Marktwirtschaft wie dem Fraser Institute. Weiterhin wird Dr. Samuel Epstein zur Firma Monsanto interviewt, die das Wachstumshormon Posilac vertrieb, um die Milchproduktion zu erhöhen.

Montag, 4. Mai, 20 Uhr, Blackbox, Albrechtstrasse 1 (im UG), Winterthur

LAND UNTER STROM - Staudämme: Millionengewinne auf Kosten von Mensch und Natur (D 2006, 78 min)

Gegenwärtig gibt es weltweit über 45.000 große Staudämme. Gerade in den sog. Entwicklungsländern gelten sie weiterhin als Motor für wirtschaftlichen Aufschwung. Dabei sind die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen gravierend. In Mittelamerika sind zahlreiche Staudämme geplant und in Konstruktion. Auch dort zählen Abholzung von Regenwäldern, Vernichtung der Artenvielfalt, Überflutung von Gemeinden und Maya-Ruinen zu den "Begleiterscheinungen" der profitablen Bauwerke.

Die ansässige Bevölkerung ist gegen die Konstruktion der Dämme - im Falle des Widerstands droht ihnen gewaltsame Vertreibung und Mord. Die produzierte Energie und das Stauwasser dienen primär den Niedriglohnfabriken (Maquiladoras), den Monokulturen, dem Tourismussektor sowie dem Energieexport. Dagegen ist ein Drittel der mittelamerikanischen Haushalte immer noch ohne Stromanschluss. Hinter den kostspieligen Staudämmen stehen Profit- und Machtinteressen von Regierungen und Staudammindustrie. Auch deutsche Konzerne sind an den Wasserkraftwerken beteiligt - und haben selbst mit blutigen Diktaturen zusammengearbeitet. Vier Beispiele aus Honduras, Guatemala und Mexiko (Babilonia, El Tigre, Chixoy, Usumacinta) dokumentieren die zahlreichen Folgen von der Planung bis zur Inbetriebnahme von Staudämmen. Gleichzeitig zeigen sie den Widerstand der Menschen gegen Enteignung, Naturzerstörung und staatliche Gesetzesbrüche.

Das Filmteam Dorit Siemers und Heiko Thiele (Zwischenzeit e.V.) reiste 5 Monate durch Südmexiko und Mittelamerika, um existierende und geplante "Entwicklungsprojekte" des Plan Puebla-Panamá (PPP) zu dokumentieren. Der PPP - ein neoliberales Großvorhaben mit ineinander verzahnten Wirtschaftsbereichen - wird trotz negativer Auswirkungen auf Mensch und Natur von den Regierungen weiter vorangetrieben.

Das Filmteam begleitete Organisationen und Betroffene, die Widerstand gegen Fremdbestimmung und Ausverkauf der Ressourcen leisten. Zudem interviewten sie PolitikerInnen und Unternehmer. Ein wichtiger Aspekt ist die Beteiligung deutscher Unternehmen, Banken und KonsumentInnen.

Montag, 1. Juni, 20 Uhr, Blackbox, Albrechtstrasse 1 (im UG), Winterthur

BERNER BEBEN (CH 1990, 110 min)

Die Geschichte der autonomen Berner Jugendbewegung in den Jahren 1980 bis 1990 Mit dokumentarischem Bild-und Tonmaterial aus verschiedensten Quellen schildert BERNER BEBEN die Geschichte der Berner Jugend-und Alternativbewegung in den Jahren 1980 bis 1990 und lässt in kurzen Interviews um die 50 Aktivistinnen und Aktivisten zu Wort kommen. Der Film wurde am 1. August 1990 im Kino in der Reitschule uraufgeführt. Ausser bei der NZZ ("Nicht sehenswert ... wirre, ungefügige ‹Chronologie› … dilettantisch.") stiess er bei der Presse auf freundliches Echo.

Montag 13. Oktober 2008, 20h

Züri brännt (restaurierte Fassung ch 1980/2005, videoladen.ch, 100min)

+++ Es dauerte lange, bis Zürich brannte und als es endlich Feuer gefangen hatte, fand dieses keine Nahrung. Denn der Beton tönt hohl und will nicht brennen. +++

Der legendäre Film der Zürcher Bewegung von 1980 ist ein wortgewaltiges Pamphlet und Dokumentation zugleich des Befreiungsschlages einer ganzen Generation. Strassenschlachten, Nacktdemonstrationen, Punk-Musik, gelebte Autonomie: Die Zürcher Bewegung sagte sich los von den Zwängen des zwinglianischen Zürichs und forderte Leben, Raum, Geld, Alles und Subito. Die Bewegung setzte ein beträchtliches kreatives Potential frei und hat Zürich tiefgreifend verändert. In der heutigen multikulturellen und event-orientierten Stadt kann man sich dies fast nicht mehr vorstellen.

Montag 3. November 2008, 20h

White Terror (Daniel Schweizer, 2005)

In den letzten fünf Jahren kam Bewegung in die rechtsradikale Szene. Die Veteranen wurden von jungen Ideologen abgelöst, welche sich weltweit zu organisieren beginnen. Ausgehend von einem Mord innerhalb der Schweizer rechtsradikalen Szene verfolgt Daniel Schweizer die Spur nach Skandinavien und trifft dort auf Jäla, Chefredaktor von "Kriegsberichter". Dieses Videomagazin mit rechtsradikalistischen Neo-Nazi Propaganda wird inzwischen über das Internet weltweit vertrieben.

Montag 1. Dezember 2008, 20h

RAUS AUS ÅMÅL (Originaltitel: Fucking Åmål, 1998)

Die beiden Teenager Agnes und Elin leben beide in der Kleinstadt Amal und könnten scheinbar nicht verschiedener sein: Während Elin das beliebteste und schönste Mädchen der Schule ist, ist Agnes auch nach dem Umzug eine Außenseiterin geblieben. In der Schule munkelt man abfällig, dass sie lesbisch sei. Tatsächlich ist Agnes heimlich in Elin verliebt. Aber auch Elin ist anders als ihre Freunde. Sie möchte mehr vom Leben, als in Åmål möglich zu sein scheint.

3. März 2008:

Esmas Geheimnis - Grbavica (A/BIH/D/HR 2005; 90mn; Regie: Jasmila Zbanic)

Sarajevo heute: wie so viele wächst auch Sara ohne ihren Vater auf, er ist ein "Schechid", ein Kriegsheld, der nie aus dem Krieg zurück gekommen ist; sie kann sich nicht an ihn erinnern. Doch Sarajevo ist auch die Stadt, in der Sara ihr Erwachsenwerden erlebt: Fußballspiele, die ersten Gefühle zarter Verliebtheit, Vorfreude auf die bevorstehende Klassenfahrt, die enge Beziehung zu ihrer Mutter Esma. Für Esma ist das "neue" Sarajevo Fluch und Befreiung zugleich: Das Leben schreitet voran und überlässt es den Er-und Überlebenden des Krieges ihre Wunden zu bewältigen. So webt Esma ihr Leben um das Wohlergehen Saras; sie nimmt eine Stelle als Kellnerin in einem Nachtclub an. Dort lernt sie den Bodyguard Pelda kennen, der ihr durch seine mitfühlende Art näher kommt. Um eine Ermäßigung der Kosten für die Klassenfahrt zu bekommen, benötigt Sara eine behördliche Bescheinigung über das Schicksal ihres Vaters. In einer Mischung aus Trotz und Fürsorge entscheidet sich Esma jedoch, das Geld für die Klassenfahrt alleine aufzutreiben - und stößt damit auf das genervte Unverständnis ihrer Tochter.

7. April 2008:

Sweet Sixteen (BR 2002; 105mn; Regie: Ken Loach)

Liam wächst in einem Arbeiterviertel von Glasgow auf. Seinen Vater kennt er nicht. Seine heroinsüchtige Mutter verbüßt gerade eine Haftstrafe. Liam träumt davon, dass sie nach ihrer Freilassung am Tag vor seinem 16. Geburtstag nicht zu ihrem gewalttätigen, kriminellen Geliebten zurückkehrt, sondern mit ihm, seiner ein Jahr älteren Schwester und deren Sohn ein neues Leben anfängt.

5. Mai 2008:

Der Aufstand der Würde (DE 2007; 65mn; Regie: Luz Kerkeling, Dorit Siemers, Heiko Thiele)

Am 1. Januar 1994 besetzten Tausende Indigene unter der Losung "Ya Basta!" (Es reicht!) sieben Städte im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas. Zwei Wochen lang kämpften die Zapatistas − die sich nach dem Revolutionär Emiliano Zapata benannten − bewaffnet gegen die Regierung, die für sie nur Missachtung oder Gewalt übrig hatte.
Seitdem setzen sie sich mit friedlichen Mitteln gegen Ausbeutung, Rassismus, Unterdrückung der Frauen und Naturzerstörung ein.
Die Zapatistas besetzten Ländereien von Großgrundbesitzern und bauen dort eigene Strukturen auf. Lokale Machthaber und die Regierung reagieren darauf bis heute mit Repression und Sabotage.
Die Zapatistas riefen bereits 1996 zur Bildung einer "Internationalen der Hoffnung" auf, um gemeinsam mit anderen Bewegungen für eine solidarische Gesellschaft zu kämpfen. 2005 starteten sie mit der "Anderen Kampagne" ihre neueste Initiative, die eine neue Verfassung für Mexiko und die Stärkung des globalen Widerstandes gegen den Neoliberalismus durchsetzen soll. Ziel der Zapatistas ist eine basisdemokratische Gesellschaftsordnung.
Das Filmteam besuchte mehrere zapatistische Gemeinden und sprach vor allem mit den Menschen der Basis. Die Dokumentation bietet eine Einführung in das Thema, anschauliche Einblicke in selbstverwaltete Gesundheits-, Bildungs- Landwirtschafts- und Kollektivprojekte, das Politikverständnis und die internationale Bedeutung der Bewegung.

2. Juni 2008:

Paradise Now (Originaltitel: al-Dschanna al-an; NE/IS/DE/FR 2004; 90mn; Regie: Hany Abu-Assad)

Khaled und Saïd sehnen sich nach einem normalen Leben, wie es Millionen andere junge Leute auch führen. Doch ihr Alltag in Nablus wird bestimmt von der Willkür der Israelis. Deshalb willigen die Kumpels auch sofort ein, als man sie für einen Selbstmordanschlag in Tel Aviv auswählt. Eine letzte Nacht verbringen sie mit ihren Lieben, bis sie am Morgen gewaschen, rasiert, umgezogen und mit Sprengstoffgürteln versehen werden. Doch die Mission läuft gehörig schief...
1. Oktober 2007, 20h, BlackBox

Big Brother - Wir werden alle überwacht [3 Filme]

Technische Entwicklung und zunehmende Informatisierung der Gesellschaft haben den Weg für eine neue Qualität der Überwachung bereitet. Überwachungskameras, Biometrie, unter der Haut eingepflanzte RFID-Mikrochips... George Orwells Zukunftsvisionen sind längst Wirklichkeit geworden. Und nach dem 11. September ist die Bereitschaft der Menschen, im Namen der Sicherheit Beschneidungen ihrer Freiheit hinzunehmen, noch gewachsen.

Kontrolle total (Frankreich, 2006, 53mn, ARTE F, Regie: Etienne LABROUE)

Morgen schon werden alle registriert, erfasst, gechipt und überwacht... Aber was, wenn diese Sicherheit letztlich nur Illusion wäre? Was, wenn die Waffen, die schützen sollen, sich plötzlich gegen ihre Erfinder richteten? Errungenschaften, Schwachstellen, Risiken und Widersprüche einer technologischen Flucht nach vorn.

widerstand.com (Frankreich, 2006, 28mn, ARTE F, Regie: David Carr-Brown)

Überall in der Welt werden heute Stimmen laut, die vor einer Einschränkung der persönlichen Freiheit des Menschen durch moderne Überwachungstechnologien warnen. Globalisierungsgegner, Anarchisten mit Hang zu zivilem Ungehorsam und fortschrittsfeindliche Ex-Hippies treten hier ebenso in Erscheinung wie begabte junge Hacker und Menschen, die an eine weltweite Verschwörung glauben. Sie alle vereint der Kampf gegen Verfolgungs- und Registrierungstools. Verantwortungsbewusste Bürgerinitiativen setzen sich zur Wehr!

Big Brother City (Frankreich, 2006, 27mn, ARTE F, Regie: David Carr-Brown)

Nirgendwo auf der Welt werden die Bürger so gut überwacht wie in Großbritannien: Hier gibt es 4 Millionen Videokameras, d.h. eine Kamera für 14 Einwohner! Duncan Campbell, freier Journalist und Verfasser des Berichts über das Abhörsystem "Echelon" für das Europäische Parlament, zeigt die Orwellsche Dimension der britischen Hauptstadt, die eine wahre Versuchsküche für "Big Brother" geworden ist.

5. November 2007, 20h, BlackBox

Black Box BRD (Deutschland, 2001, 101mn, Regie: Andres Veiel)

Bis in die neunziger Jahre wird das Land erschüttert von der Machtprobe zwischen Staat und Rote Armee Fraktion. Die Gesellschaft ist zerrissen, die Staatsmacht verfolgt ihre Kritiker. Wolfgang Grams und Alfred Herrhausen stehen für die feindlichen Lager einer polarisierten Gesellschaft. Der eine, Grams, radikalisiert sich und geht in den Untergrund; der andere, Herrhausen, stirbt auf dem Gipfel der Macht. Andres Veiel wagt es, in BLACK BOX BRD zwei unterschiedliche Biographien gegenüber zu stellen.

3. Dezember 2007, 20h, BlackBox

Darwins Nightmare (Afrika, 2004, 107mn, Regie: Hubert Sauper)

In den 60er Jahren wurden im Viktoriasee Nilbarsche zu Versuchszwecken ausgesetzt. Dieser Eingriff brachte das ökologische Gleichgewicht ins Wanken. Binnen kurzer Zeit verdrängte der gefräßige Raubfisch, der fast zwei Meter lang werden kann, alle einheimischen Arten. Heute ist er als Viktoriabarsch ein Exportschlager. Doch das damit erwirtschaftete Geld kommt nicht dem Land zugute, sondern wandert in Waffenkäufe.

7. Januar 2008, 20h, BlackBox

Starbuck Holger Meins (Deutschland, 2004, 90mn, Regie: Gerd Conradt)

Holger Meins starb als erstes RAF-Mitglied 1974 in Untersuchungshaft im Hungerstreik. Er wurde 33 Jahre alt. 25 Jahre nach seinem Tod begibt sich der Filmemacher und Freund Gerd Conradt auf Spurensuche nach dem Starbuck der "Baader-Meinhof-Gruppe". Wer war Holger Meins? Was führte ihn in den Untergrund? Welche Umstände führten zu seinem Tod, mit dem er zum erklärten Symbol des radikalen Widerstandes wurde? Was bleibt von ihm?
Auf dem Weg durch dieses tragische Kapitel deutscher Geschichte geben ihm anhand der vielfältigen Zeitdokumente die unterschiedlichsten Weggefährten Auskunft.

Montag 5. März 07, 20h

Sacco und Vanzetti (Originaltitel: Sacco e Vanzetti; I/F 1971; Regie: Giuliano Montaldo)

Ferdinando „Nicola" Sacco und Bartolomeo Vanzetti, zwei aus Italien stammende Anarchisten, wurden 1920 wegen der angeblichen Begehung eines Raubmordes in den USA verhaftet. Der Prozess, welcher ihnen 1921 gemacht wurde, wies zahlreiche Verfahrensfehler auf und stand ganz unter dem Zeichen der damals in den USA herrschenden antikommunistischen Hysterie. Obwohl es eine grosse, internationale Solidaritätsbewegung für Sacco und Vanzetti gab, wurden sie zum Tod verurteilt und 1927 auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.
Der Spielfilm ist ein Lehrstück über die Ungerechtigkeit und den Rassismus der bürgerlichen Justiz, aber auch über bedingungslose Solidarität. Unterstrichen durch die hervorragende von Ennio Morricone komponierte Musik ist er ein Meisterwerk des politischen Dramas.

Montag 2. April 07, 20h

Buenaventura Durruti, Anarchist (Originaltitel: Buenaventura Durruti, anarquista; ESP/F 1999; Regie: Jean-Louis Comolli, Ginette Lavigne)

Buenaventura Durruti ist wohl durch sein für viele Leute damals vorbildlichen Lebensstil als Revolutionär der bekannteste spanische Anarchist überhaupt. Nachdem er Ende 1936 während den Kämpfen um Madrid ums Leben kam, nahmen nach Schätzungen über eine halbe Million Leute an seiner Beerdigung in Barcelona teil.
Der Dokumentarfilm behandelt den Versuch der katalanischen Schauspielgruppe „Els Joglars", das Leben und Wirken von Durruti und seinen Gefährten Francisco Ascaso und Joan García Oliver anhand von Fotos, Archivaufnahmen und Texten zu rekonstruieren. Dabei wird nicht nur seine Biografie thematisiert, sondern auch der um ihn gesponnene Mythos diskutiert.

Montag 7. Mai 07, 20h

Die Internationalen Brigaden - Freiwillige im Spanischen Bürgerkrieg (D 1996; Regie: Ute Bönnen, Gerald Endres)

Aus 57 Ländern kamen Menschen, um die spanische Republik gegen die aufständischen Militärs zu unterstützen - eine "internationale Eingreiftruppe" von unten. Anfangs kämpften die ausländischen Freiwilligen in den spontan zusammengestellten Milizen, später in den internationalen Brigaden. Die "Internationalen" wurden zu einer Elitetruppe, die unter hohen Verlusten an allen Schlachten des Spanischen Bürgerkriegs teilnahm.
Dieser Einsatz hatte auch seine Schattenseiten: Die Sowjetunion nutzte die Waffenhilfe für die Republik, um ihre Machtposition in Spanien auszubauen, Menschen die freiwillig gekommen waren, um gegen den Faschismus zu kämpfen, fielen stalinistischem Säuberungen zum Opfer.
Der Dokumentarfilm schildert die Hoffnungen und Erlebnisse von Männern, die damals für die spanische Republik kämpften. Sie waren nur Bauern auf dem Schachbrett der internationalen Politik, doch in ihren Erinnerungen wird etwas anderes deutlich: Der Stolz, rechtzeitig gegen den Faschismus gekämpft zu haben und das Erlebnis eines gemeinsamen Widerstandes über Länder- und Sprachgrenzen hinweg.

Montag 4. Juni 07, 20h

Angeklagt - Henry Kissinger (Originaltitel: The Trials of Henry Kissinger; USA/UK/DN/F/CAN/AUS; Regie: Eugene Jarecki)

Henry Alfred Kissinger war von 1968 bis 1973 unter Richard Nixon Berater für Aussen- und Sicherheitspolitik, von 1973 bis 1977 Aussenminister der USA. Aufgrund seiner Rolle, die er u.a. beim Vietnamkrieg, des Putsches durch Augusto Pinochet in Chile und der völkerrechtswidrigen Invasion von Osttimor durch Indonesien spielte, liefen und laufen mehrere Verfahren gegen ihn.
Der Dokumentarfilm zeigt das Leben und die politischen Verwicklungen Kissingers.

"Zapatistas - Chronik einer Rebellion"

Montag, 16. Oktober 2006, 20h Steibi 11

Der Film ist eine Chronik der zapatistischen Bewegung, die noch vor dem öffentlichen Auftreten der EZLN am 1. Januar 1994 beginnt und bis zur Auflösung der "Aguascalientes" und Errichtung der "Caracoles" im August 2003 reicht

"The Yes Men"

Montag, 6. November 2006, 20h Steibi 11

The Yes Men sind eine Netzkunst- und Aktivistengruppe, die Kommunikationsguerilla betreibt und mit einer Fälschung der Webseite der WTO bekannt wurde. Mitglieder der Gruppe geben sich als Repräsentanten internationaler Konzerne oder Institutionen aus und karikieren mit übertriebenen Forderungen auf Konferenzen deren Ziele. Sie selbst bezeichnen dies als "Identitäts-Korrektur" ("identity correction"). Der Film zeigt Subversion pur!

"Ernst Thälmann-Führer seiner Klasse"

Montag, 4. Dezember 2006, 20h Steibi 11

Die Handlung setzt in den frühen 1930er-Jahren ein und endet mit dem Tod Thälmanns im KZ Buchenwald 1944. In der DDR avancierte das Epos zur Pflichtveranstaltung für Millionen Arbeiter, Schüler und Funktionäre. Thälmann wurde zur Lichtgestalt des kommunistischen Widerstands stilisiert, ein Mann ohne Fehl und Tadel, der alles weiß und dem Feind trotzt.

"Die verlorenen Ehre der Katharina Blum"

Montag, 8. Januar 2006, 20h Steibi 11

Katharina Blum ist eine junge attraktive Deutsche, die auf Ludwig trifft und sich in ihn verliebt. Doch nach der einzigen Nacht verschwindet er spurlos, dafür steht die Polizei vor der Tür. Ludwig, ein Terrorist wird gesucht, und die Boulevardpresse stigmatisiert Katharina zur Terroristenbraut. Sie kämpft verzweifelt um ihre verlorene Ehre. - Volker Schlöndorff gelang mit diesem in den 70er Jahren politisch hochbrisanten Film zu zeigen, wie schnell RAF-Sympathisanten oder Linke in juristische und öffentliche Probleme gerieten.

"Mate, Ton und Produktion - Zanon, eine Fabrik unter Arbeiterkontrolle" / "Brukman", Dokumentarfilme über selbstverwaltete Betriebe in Argentinien

Freitag, 7. April 2006, 20.00 Uhr, Steibi 11

Bald 5 Jahre wird in der Keramikfabrik Zanon ohne Chefs und Eigentümer produziert. Die Fabrik Zanon befindet sich in Patagonien, Argentinien. Nachdem 2001 die Währung Argentiniens in Folge der weltweiten ökonomischen Krise zusammenbrach, entwickelte sich Argentinien zum Laboratorium sozialer Bewegungen. Der Film gibt Einblick über die Verhältnisse in der Fabrik Zanon, die dem Klischee - Selbstverwaltung funktioniert nur im primären Produktionssektor - widerspricht, denn Zanon ist eine hochmoderne automatisierte Fabrik. Im Film kommt auch die Solidarität der Mapuches, einer in Patagonien ansässigen indigenen Gemeinschaft, der Gefängnisinsassen und der sozialen Bewegungen zum Ausdruck.
Der Kurzfilm "Brukman" handelt ebenfalls von einer Fabrikbesetzung im Textilbereich in Buenos Aires, Argentinien. Im Gegensatz zu Zanon wird der Arbeitskampf um Brukman hauptsächlich von Arbeiterinnen geführt.

"Der Streik wird salonfähig", Dokumentarfilm über den Streik bei Zyliss

Freitag, 5. Mai 2006, 20.00 Uhr, Steibi 11

Die Filmemacherin Verena Endtner hat im November 03 während rund zwei Wochen die 80 streikenden MitarbeiterInnen der Lysser Haushaltgeräteproduzentin Zyliss mit der Kamera begleitet. Nebst eindrücklichen Bildern von den Aktionen der Streikenden - wie dem legendären Besuch eines noblen Golfplatzes in Zumikon - ergänzen persönliche Stellungsnahmen von betroffenen Zyliss-Mitarbeitenden und den Vertretern der beteiligten Gewerkschaften SMUV und GBI die spannende Reportage.

"Die Schlösser des Kapitalismus", Film über die Antiglobalisierungsbewegung

Freitag, 2. Juni 2006, 20.00 Uhr, Steibi 11

Der Film gibt einen Einblick in die Bewegung für eine andere Welt anhand der Gegengipfelmobilisierungen in Prag, Davos und Nizza im Jahr 2000.

"Machuca", Spielfilm, Chile 2004

Freitag, 7.Juli 2006, 20.00 Uhr, Steibi 11

Chile zur Zeit der staatssozialistischen Regierung Salvador Allendes Anfangs der 70er-Jahren: Pedro Machuca, ein Junge aus einer armen Vorstadt Santiagos, kommt dank eines idealistischen Pfarrers an eine Privatschule. Dort lernt er den reichen Jungen Gonzalo kennen. Es entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden Jungen, die jedoch durch die gesellschaftlichen Gegensätze zum Scheitern verurteilt ist.

"Unter schwarzen Fahnen", Dokumentarfilm über die CNT vor und nach der Franco Diktatur

Freitag, 4.August 2006, 20.00 Uhr, Steibi 11

Der Film schafft einen Überblick über den Spanischen Bürgerkrieg und die anarchistische Gewerkschaft CNT. Die CNT wurde während der Diktatur Francos verboten. Nachdem diese zu Ende ging, wurde die CNT wieder ins Leben gerufen. Hier greift der Film "Unter schwarzen Fahnen" die Geschichte der Gewerkschaft wieder auf.

"Die Lange Hoffnung", Dokumentarfilm von der Medienwerkstatt Freiburg (84)

Montag, 12. September 05, 20.00 Uhr Steibi 11

Ein deutsches Filmteam begleitet Clara Thalmann und Augustin Souchy sechs Wochen lang durch Katalonien, wo sich die beiden 1937 das letzte Mal sahen. Thalmann und Souchy beteiligten sich in den Jahren 1936 - 1939 aktiv an den Kämpfen gegen Franco und waren Teil eines beispiellosen sozialen Experiments, einer anarchistischen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung, wie sie die Welt bis anhin nicht mehr erlebt hat. Der Film erzählt einerseits ein Stück Geschichte, die in Spanien unterschlagen wird, andererseits macht der Film eine eigene Geschichte, indem zufällige Begegnungen entstehen, längst Verschüttetes wieder hochgespült wird und ihre Einschätzungen mit einer anderen Realität konfontriert werden.


"Schrei nach Freiheit", Spielfilm von Richard Attenborough (GB 87)

Montag, 3. Oktober 05 20.00 Uhr Steibi 11

"Cry Freedom" ist wohl der berühmteste Film über das Apartheits-Regime in Südafrika. 1975 lernt Donald Woods, Chefredakteur einer südafrikanischen Zeitung, den Anti-Apartheid-Kämpfer und Mitbegründer der Black-Consciousness-Bewegung Steven Biko kennen. Diese Begegnung verändert Donalds Leben. Ein aufwühlender Film, der die Apartheid- Politik an den Pranger stellt.

"Take over Homes - Take Down Jails", Dokumentarfilm von Wild Cat TV (US 93)

Montag, 24. Oktober 05 20.00 Uhr Steibi 11

Der Film erzählt die Geschichte der HausbesetzerInnenbewegung in San Francisco. Über 8000 Menschen waren in San Francisco während den frühen 80ern obdachlos, die "White Panthers" besetzten bewaffnet Häuser. Danach folgte die 2. Generation von Hausbesetzern, welche sich eher dem Grundsatz des Kollektivismus widmete. Die Squats erregten öffentliche Aufmerksamkeit.

"Fahrenheit 451", Spielfilm von Francois Tuffaut (GB 66)

Montag, 14. November 05 20.00 Uhr Steibi 11

Fahrenheit 451 ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Ray Bradbury. Die Geschichte handelt über den fiktiven Staat Inasmuch, in welchem es den Menschen verboten ist, zu denken. Die überflüssig gewordene Feuerwehr eliminiert sämtliche Bücher, die Menschen sollen sich mit nichts mehr beschäftigen und sich den ganzen Tag nur noch verdummendes Fernsehprogramm anschauen. Montag (der Hauptdarsteller), anfangs das perfekte Mitglied der Gesellschaft, beginnt gegen den totalitären Staat zu rebellieren.

"Günz, Mindel, Riss und Würm", Dokumentarfilm (CH 86)

Montag, 5. Dezember 05 20.00 Uhr Steibi 11

Der Film zeigt soziale Bewegungen zwischen 1914 - 1984 in der Schweiz, vor Allem in Zürich. Vom Generalstreik 1918 über die sozialistische Jugend, von der 68er Bewegung bis hin zu den frühen 80er Jahren beleuchtet der Film diverse Jugendbewegungen.

"Schwarze Katze, weisser Kater", Spielfilm von Emir Kusturica (98)

Montag, 26. Dezember 05 20.00 Uhr Steibi 11

"Chat noir, chat blanc" ist eine rasante Slapstickkomödie, die von der puren Lebenslust der Zigeuner erzählt. Regisseur Emir Kusturica versetzt den Zuschauer im rasanten Tempo in eine Traumwelt, in der das Leben ein heiteres und energiegeladenes Spiel ist: Hässliche Menschen sind zum Knutschen sympathisch, Prügeleien sind ein reiner Austausch freundschaftlicher Zärtlichkeiten und nicht das ergaunerte Geld, sondern die Musik ist das wahre Lebenselexier. Gerade deshalb ist, trotz Gags und Klischees, "Schwarze Katze, weißer Kater" mehr als nur eine Komödie.

"Gelebte Utopie" Dokumentarfilm

Montag 25. April 05, 20:00 Uhr Widder

Der Film zeigt, wie es in Spanien in den Jahren 1936 bis 1939 möglich geworden ist, dass eine anarchistische Gesellschaft in der Millionen von Menschen lebten, funktionierte. Dabei greift der Film bereits die ersten libertären Projekte im 19. Jahrhundert auf, bevor er dann die Ereignisse im Spanischen Bürgerkrieg und der Spanischen Revolution dokumentiert. (Einleitung & Diskussion)

"Together" Komödie (SE, 2001)

Montag 16. Mai 05, 20:00 Uhr Widder

Lukas Moodysons (Fucking Amal & Lilja 4-ever) „Together" handelt von einer schwedischen Kommune in den 70ern. Als die zuvor in einer konventionellen Ehe lebende Elisabeth mit ihren beiden Kinder zu ihrem Bruder in die WG flüchtet, weil sie von ihrem Mann geschlagen wurde, bringt sie einige WG-Ideale ins Wanken. (Anschl. Diskussion über Idealismus, Isolierung, usw.)

"Welcome to Sarajevo" Drama (GB/US, 1997)

Montag 6. Juni 05, 20:00 Uhr in der Steibi 11

Der Antikriegsfilm „Welcome to Sarajevo" von Michael Winerbottom („I Want You") handelt von zwei Kriegsberichterstattern, die 1992 während der Serbischen Belagerung in Bosnien, Sarajevo, einen Bus voller Kindern über die Grenze schmuggeln wollen. Auch die zynische Geschäftemacherei des „unbeteiligten Westens" wird in diesem Drama thematisiert. (Anschl. Diskussion)

"Freie Arbeiterstimme" Dokumentarfilm

Montag 27. Juni 05, 20:00 Uhr in der Steibi 11

Ein Film über jüdische ImmigrantInnen in Amerika während den 20ern Jahre. Viele Jüdinnen und Juden in Amerika arbeiteten vorwiegend in der Industriebranche und organisierten sich in anarchistischen Gewerkschaften und propagierten die soziale Revolution in der freien Arbeiterstimme (einer Zeitung). Um diese zwei Organe dreht sich auch der Film. Nicht nur anhand des politischen Gehaltes, sondern auch wegen den musikalischen Einlagen lohnt es sich, sich diesen Film anzusehen. (Einleitung & Diskussion)

"Wobblies" Dokumentarfilm (US, 1979)

Montag 18. Juli 05, 20:00 Uhr in der Steibi 11

Der Film handelt über die Internationale Gewerkschaft IWW (Industrial Workers of the World), die sogenannten "Wobblies". The "Wobblies" hatten in den Jahren 1900 bis 1930 mehrer Hunderttausend MitgliederInnen und waren vorallem in den USA, in Kanada, in Australien und Lateinamerika stark verwurzelt. Durch zahlreiche, teils militanten, Streiks und ihren selbstbestimmten Zügen (Selbstorganisation der ArbeiterInnen) machten sie sich weltweit einen Namen. (Einleitung & Diskussion)