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Spar Streik von oben entschieden – Eine antikapitalistische Sichtweise

Spar Streik von oben entschieden – Eine antikapitalistische Sichtweise

Vergangenen Donnerstag gaben die Streikenden und die Unia den Spar-Tankstellenshop in Dättwil nach elftägiger Blockade frei und demonstrierten stattdessen vor dem Spar-Hauptsitz in St. Gallen. Der Streik ist verloren. Vorausgegangen ist eine Drohung des Badener Bezirksgericht den Spar bis 16.00 Uhr zu räumen. Der Staat mit seinen Bullen und die Unia stellten somit sicher, dass die Schufterei in der Sparfiliale seine weiteren gewohnten Lauf nehmen kann.

Sobald sich Arbeiterinnen der Plackerei widersetzen, kommt die Profitproduktion in stottern. Mehrere 100‘000 Franken Umsatz gingen den Spar-Kapitalistinnen durch den Streik verloren. Wir bedauern bei dieser Gelegenheit, dass dem Spar nicht noch mehr Geld flöten ging. Ohne Arbeiterinnen geht nichts. Das Kapital ist nicht produktiv. Wenn Arbeiter nicht arbeiten, kann kein Profit erzielt werden. Die Macht der Arbeiterinnen zeigt sich im Streik und trifft das Kapital wo es weh tut. Somit hatte auch die Demonstration vor dem Spar-Hauptsitz in Gossau nur noch moralischen Wert.

Gleichzeitig sahen sich die streikende Arbeiterinnen der ganzen Macht des Systems ausgesetzt: Bullen, Staat, Kapital, Gewerkschaft, Medien, etc. Ein Streik ist nicht wirtschaftlich und wird mit allen Mitteln versucht zu verhindern. Der Staat gibt klar zu erkennen, dass er für die Besitzenden da ist und ihre Interessen durchsetzt. Die Unia zeigt einmal mehr ihre Grenzen als Interessensvertreterin der Arbeitenden. Teilweise werden Verbesserungen erzielt, im allgemeinen garantiert sie jedoch die Stabilität der Ausbeutungsverhältnisse sprich Arbeitsbedingungen. Sobald der gesetzlich zulässige Rahmen ausgeschöpft ist, vertritt die Unia keine Arbeiterinteressen mehr, sondern nur noch die Interessen von Staat und Kapital nach Ruhe und Ordnung.

Nun ist also die wirtschaftliche Rentabilität der Sparfiliale wieder gewährleistet. Es kann erneut Umsatz generiert werden - mit neu eingestellten Arbeiterinnen. Das Spar-Kapital ist wieder in der Lage, Arbeiterinnen auszubeuten und Profit zu erwirtschaften – unter miserablen Arbeitsbedingungen. Nicht zufällig erleidete der vorherige Spar-Filialleiter ein Burn-out. Die Interessen und Belastungen der Arbeiterinnen sind offensichtlich belanglos. Dies ist nicht die besonders prefide Strategie des Spars, sondern die Logik wie der Kapitalismus funktioniert. Von einem System mit dem einzigen Zweck der Profitproduktion auf Basis der Lohnarbeit, ist nichts anderes zu erwarten.

Ein Streik kommt ungern allein

Noch fehlt eine Alternative einen solchen Streik zu gewinnen. Zwar gab es Solidaritätsbekundugen und ein grösseres Fest am Wochenende, jedoch war es nicht möglich eine breite Unterstützung sowie Druck auf den Spar und Staat aufzubauen. Die wenigen Solidaritätsbekundugen konnten dem Spar nicht genug weh tun. Zusätzlich kam keine sichtbare Reaktion von weiteren Arbeiterinnen im prekären Arbeitsmarkt. Der Konkurrenzdruck im Detailhandel ist gross, dies kriegen vor allem die Beschäftigten zu spüren. Ein Spar im Streik ist gut, viele Spar-Streiks wären notwendig um genügend Druck auf das Kapital auszuüben. Das Transparent der Streikenden mit der Aufschrift „Wir sind zu wenig“ sollte durchaus nicht nur mehr Personal fordern, sondern vor allem mehr streikendes Personal. Erst dann ergibt sich eine starke Position um einen Arbeitskampf zu gewinnen. Unter anderen Voraussetzung (mehr Arbeiter, grössere Verankerung in der Region, schwierigere Neueinstellungen) konnte im SBB Werk „Officina“ 2008 durch grosse Solidarität und einer kämpferischen Belegschaft zu Gunsten der Arbeiterinnen entschieden werden. Die Gewerschaften unterstützten den Kampf zwar, jedoch blieb die Entscheidungsmacht immer im Streikkommite und in den Arbeitervollversammlungen. Wenn wir schon dabei sind, begreifen die Arbeiter ihre ausschliessliche Macht in der Produktion ist auch eine Wirtschaft, die nicht nach Profit, sondern nach den Bedürfnissen der Menschen produziert möglich.

Unser Gruss geht an die Streikenden. Sie haben viel Mut bewiesen und als Team zusammengehalten. Nicht nur, als sie zusammen mit der Unia und weiteren Unterstützerinnen eine erste Besetzung des Spars durch Streikbrecher letzte Woche verhinderten, sondern dass sie für ihre Interessen eingestanden sind. Wer weiss was möglich gewesen wäre, hätten sich weitere Filialen dem Streik angeschlossen. So erweist sich der Spar-Streik in Dättwil hoffentlich als Funke für weitere Kämpfe.

Schluss mit Spar-Programm – Dem Kapital heimzahlen!

Solidarisch mit den Streikenden, die LAW

20.06.2013