StandortFUCKtor Winterthur

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Warum wir die Schule, wie sie heute ist, nicht mögen.

Als Chance zur Möglichkeit der allgemeinen Bildung und somit auch als Wahrzeichen einer Demokratie wird die heutige Schule angesehen.
Jedoch stellt dieses Wahrzeichen der freien Meinungsbildung und Gleichheit vielmehr eine Institution der Indoktrination von Meinungen des bürgerlich-demokratischen Systems dar. Welches freie Meinungsäusserung nur im Rahmen des kapitalistischem Wertesystems akzeptiert, andere Meinungen werden hingegen mit Repression oder Nicht-beachtung bestraft.
Und gerade deswegen spielt die Schule in der Umgebung in der wir aufwachsen eine entscheidende Rolle. Damit alles weiter seinen Lauf nimmt und nicht durch allzu rebellische und aufsässige Menschen unterbrochen wird.
Natürlich erweitert mehr Wissen und mehr Austausch im Idealfall den eigenen Horizont. Jedoch legt die Schule die Reichweite dieses Wissens und Horizonts fest. Dies zeigt sich zum Beispiel in Phänomenen, dass wir als Schüler_innen so gut wie nie unseren Lehrplan hinterfragen oder gar ändern könnten. Es ist klar festgelegt, was für Wissen wir in Physik, Wirtschaft oder Recht, haben müssen, um auf der Bildungsleiter weiter nach oben klettern zu können. Wobei wir dabei nicht beachten, dass ein Hochklettern auf der Bildungsleiter nur dazu dient unseren Wert als Arbeitskraft zu maximieren.

Somit ist es nicht verwunderlich, dass sich in der 'Volksschule' auch weitere Bestandteile des kapitalistischem Systems wiederfinden lassen. So ist es Teil der heutigen Bildung, die hierarchischen Stellen von Lehrkräften, Direktor_innen, Klassensprecher_innen und als unterstes Glied die Schüler_innen zu festigen und in unseren Köpfen als natürlich darzustellen. Durch demokratische Wahlen von Klassensprecher_innen wird dieses System legitimiert. Dass Klassensprecher_innen, genauso wie alle Schüler_innenorganisationen der Schule, innerhalb des heutigen Bildungssystems so gut wie gar keine Macht besitzen, wird hier total ausgeblendet. Dass Schüler_innen die Schulregeln befolgen, wird überdies dadurch erreicht, dass Nichtbefolgen unweigerlich Strafen, im äussersten Falle den Schulverweis, nach sich zieht. Somit werden die Menschen von klein auf daran gewöhnt, Regeln am besten unhinterfragt zu befolgen, um möglichst wenig Probleme zu haben. Die Lehrer_innen, welche uns eigentlich den Unterrichtsstoff gut und reflekttiert wiedergeben sollten, werden in eine Position gedrängt in der sie schnell dazu kommen ihre Autorität und sachliche Überlegenheit ausnutzen, um unerwünschte Ideen und Wertvorstellungen zu unterdrücken. Schüler_innen werden in der Schule auch auf ein gewisses Klassensystem vorbereitet. Im Gymnasium beispielsweise wird immer wieder wiederholt, wie privilegiert wir doch als Gymnasiast_innen seien und dass eben nur schlaue aufs Gymnasium kämen. Dies impliziert auch die Nicht-Privilegierung und Dummheit von denen, die keine Lust hatten, sich Tag und Nacht fürs Lernen abzurackern oder keine Eltern mit genügend Geld hatten, die ihre Kinder aufs Privatgymnasium schicken konnten. Ein weiterer Bestandteil der Vorbereitung auf die kapitalistische Ellenbogengesellschaft, welche wir in der Schule schon durch ständigen Wettbewerb mitbekommen müssen. Anstatt dass auf Solidarität gesetzt wird, werden wir zu ekligen Einzelkämpfer_innen herangezogen.

Da wir jedoch alles andere als eine solche Art der Gesellschaft wollen, müssen wir die heutige Institution der Bildung als Fundament des kapitalistischem Systems klar ablehnen und stattdessen eine Schule fordern, welche Selbstbestimmung, Solidarität und Freiheit realisiert.

 

 


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